Fellpflege als grundlegendes Verhalten

Die Fellpflege ist eine den Tieren angeborene Verhaltensweise. Selbst verwaiste, handaufgezogene Jungtiere wissen, wie sie ihr Fell pflegen müssen, um es sauber und gesund zu erhalten. Daher ist es für das Wohlfühlen Ihrer Mäuse essentiell notwendig, dass sie ihrer Fellpflege entsprechend nachgehen können.
Bei Mäusen und exotischen Kleinsäugern gibt es verschiedene Formen der Fellpflege.

Nicht-sandbasierte Pflege

Bei dieser Form benötigen Ihre Mäuse kein Sandbad. Sie reinigen ihr Fell, indem sie es mit Pfötchen und Zähnen durchkämmen, mit der Zunge Partikel entfernen und das Haar auflockern und durchlüften.
An Körperstellen, an denen die Nager selbst schlecht oder gar nicht hinkommen, übernehmen dies Artgenossen. Dies dient jedoch nicht nur der Reinlichkeit, sondern auch der Pflege sozialer Bindungen innerhalb der Gruppe.

Möchte ein Tier geputzt werden, können Sie ein festes Verhaltensmuster erkennen. Die Maus schiebt sich unter die Nase des Partners und verharrt dort. Meist beantwortet das Partnertier diese Geste auch mit dem Putzen der dargebotenen Stellen – meist Genick und Gesicht. Reagiert der Partner nicht, schiebt sich das untere Tier oft weiter unter ihn drunter und nähert sich gleichzeitig noch mehr an.
Auch wenn Mäuse sich allein putzen, lassen sich feste Bewegungsmuster ausmachen Dazu gehören:

  • Bohren mit dem Hinterfuß im Ohr
  • Kratzen mit einem Hinterfuß über Seiten und Rücken
  • Kämmen der Flanken mit Zähnen und Vorderpfoten

Einige Mäusearten und Exoten können so ihr Fell ausreichend pflegen. Dazu gehören beispielsweise Farbmäuse, Stachelmäuse und Vielzitzenmäuse.

Sandbasierte Fellpflege

Einige Tiere benötigen jedoch neben Pfoten, Zähnen und Zunge auch Sand zur Fellpflege. Vor allem Rennmäuse, aber auch Springmäuse benötigen zur Pflege ihres Fells unbedingt ein Sandbad. Dabei ist es nicht egal, welchen Sand Sie anbieten.
Wichtig ist, dass der Sand keine scharfen Kanten aufweist. Die können das Fell zerstören und somit brüchig und stumpf erscheinen lassen. Zudem muss der Sand überschüssiges Fett aus dem Fell nehmen können, sonst wird es schnell sehr fettig und verliert einen Teil seiner isolierenden Wirkung. Die Gefahr von Erkältungen steigt dadurch.
Es gibt verschiedene Methoden, wie die Tiere baden. Die Mehrheit der Nager legt sich in den Sand und dreht sich darin um die eigene Achse. Wüstenspringmäuse dagegen strecken sich und kauern sich wieder zusammen und robben so regelrecht durch den Sand.
Meist geht bei den Tieren ein Scharren im Sand dem Baden voraus.
Wie andere Formen der Fellpflege ist auch das Bedürfnis nach einem Sandbad angeboren. Auch Exemplare, die vorher noch nie ein Sandbad gesehen haben, verstehen sehr schnell, wozu es dient und benutzen es in grundsätzlich derselben Weise wie Artgenossen, die in artgerechter Haltung mit Sandbad oder kompletten Sanduntergrund groß geworden sind.

Fellpflege als Zeichen für Gesundheit und Wohlbefinden

Fellpflege ist nicht nur ein Faktor für das Wohlbefinden Ihrer Mäuse, es ist auch ein Anzeichen desselben. Kranke oder gestresste Tiere vernachlässigen nicht selten die Fellpflege. Das Fell wirkt dann schnell unsauber, struppig oder strähnig. Nehmen Sie solche Zeichen ernst. Ergibt der Besuch beim Tierarzt keine zugrunde liegende Erkrankung, sollten Sie Ihre Haltungsbedingungen überprüfen. Eventuell sind Ihre Nager Stressfaktoren ausgesetzt, die sich durch eine dauerhafte Exposition negativ auswirken.