Fellpflege als Sozialverhalten

Ob die Fellpflege nur mit den Pfoten, Zähnen und der Zunge oder auch mit Sand betrieben wird, ist von der jeweiligen Art abhängig. Bei allen sozialen Kleinsäugern lassen sich jedoch Formen der Aufforderung zum Putzen beobachten.
Dabei schiebt sich die Maus, die geputzt werden will, an den Partner heran und unter seine Vorderpfoten. Dieser reagiert dann meist automatisch und beginnt mit den Vorderpfoten, der Zunge und den Zähnen das Fell zu kämmen und zu pflegen. Insbesondere werden Körperstellen dargeboten, an die die auffordernde Maus schlecht oder gar nicht herankommt.
Dabei geht es nicht nur um die Reinigung des Fells, sondern auch um die Stärkung der sozialen Bindung zwischen den beiden Tieren. Zudem erfüllt das Putzen die wichtige Funktion eines Berührungsreizes, der für die mentale Gesundheit der Tiere notwendig ist.
Besonders bei Farbmäusen hört man beim Putzen manchmal ein leises Fiepen, Meistens ist das aber unbedenklich.
Neben dem Putzen nach einer Aufforderung kann es aber auch passieren, dass sich ein Tier aktiv für einen Fellpflegepartner entscheidet. Das betreffende Tier wird dann kurz mit den Pfötchen festgehalten und der Partner beginnt, es zu putzen.
Neben dem Sozialkontakt an sich hat das gegenseitige Putzen noch eine weitere wichtige Funktion: Es sorgt für den Erhalt des Gruppenduftes, der durch den Kontakt immer wieder neu modifiziert und gefestigt wird.
Wie ausgiebig das gegenseitige Putzen ausfällt, ist von Art zu Art stark unterschiedlich. Jedoch verbringen alle gesunden Mäuse einen Gutteil ihrer aktiven Zeit mit der ausgiebigen Pflege ihres Fells.