Grundregeln der Vergesellschaftung von Mäusen

Vergesellschaftungen sind so individuell wie die Tiere, die sich kennen lernen, und die Methoden, die Sie anwenden können. Die Grundregeln der Vergesellschaftung sollten Sie jedoch immer beachten, da sie die Chance auf einen Erfolg der Vergesellschaftung erhöhen.

1. Finden Sie möglichst viel über die zu vergesellschaftenden Tiere heraus!

Beschäftigen Sie sich mit der Vorgeschichte und dem früheren Verhalten aller Tiere. Je mehr Sie über jedes einzelne Tier wissen, umso wahrscheinlicher können Sie es richtig einschätzen. Zu hilfreichen Informationen zählen unter anderem:

  • Verhalten der Familie, aus denen die Mäuse stammen
  • bisherige Käfiggröße, -art und Gestaltung
  • Verhalten bei früheren Vergesellschaftungen
  • bisheriges Verhalten in der Gruppe
  • Perioden der Einsamkeit
  • Alter
  • soweit relevant: Zeit seit der Kastration

Die Beachtung dieser Regel hilft Ihnen nicht nur in der Vergesellschaftung. Sie ermöglicht Ihnen auch, potenziell zueinander passende Tiere auszuwählen.

2. Planen Sie für den Anfang der Vergesellschaftung ausreichend Zeit ein!

Beginnen Sie Vergesellschaftungen möglichst an Freitagen oder Wochenenden, wenn Sie viel Zeit haben, die Tiere zu beaufsichtigen. Vor allem in der Anfangsphase der Vergesellschaftung ist das sehr wichtig. Hier kristallisieren sich am ehesten Probleme heraus, die gleich behoben werden müssen, um den Erfolg der Vergesellschaftung nicht zu gefährden. Im dieser Phase wird (häufig unbemerkt) auch der Grundstein späterer Unruhe in der Gruppe gelegt. Das Verhalten in den ersten 48h ist daher sehr wichtig und hilfreich – vor allem, wenn die Gruppe nicht dauerhaft stabil bleibt.

3. Reinigen Sie Gehege und Inventar!

Um das Inventar und das Gehege geruchlich zu neutralisieren, eignet sich eine Lösung aus Essigessenz und Wasser. Diese Lösung muss nach einer Einwirkzeit von etwa 1 Stunde gründlich abgespült bzw. abgewischt werden. Um die empfindlichen Nasen nicht zu reizen, sollten Käfig und Inventar mindestens 24 Stunden an einem gut gelüfteten Raum trocken.

4. Krallen Sie sich nicht an einer Methode fest!

Es gibt für jede Art eine Methode, die tendenziell am besten für die Vergesellschaftung geeignet ist. Aber auch Tiere sind Individuen. Daher kann eine Vergesellschaftungsmethode, die für eine Gruppe gepasst hat, für die nächste völlig unpassend sein. Beobachten Sie Ihre Mäuse genau und wechseln Sie die Methode, wenn die aktuelle Probleme verursacht.

5. Haben Sie immer einen Plan B!

Hundertmal geht es gut und beim Hundertersten geht es voll daneben. Das kann immer passieren. Überlegen Sie sich also vor der Anschaffung neuer Mäuse immer, was aus den Neuen werden soll, wenn die Vergesellschaftung scheitert. Für schwierige Kandidaten wie Mongolische Rennmäuse hat es sich zum Beispiel bewährt, den neuen Partner auf Probe zu holen. So sitzen Sie am Ende nicht mit zahlreichen Einzelmäusen da, wenn Ihre Maus ein eher schwieriger Charakter ist.

6. Bleiben Sie ruhig!

Nervosität überträgt sich. Wenn Sie aufgeregt und hibbelig sind, werden auch Ihre Mäuse unruhiger. Daher ist es wichtig, dass Sie äußerlich und innerlich ruhig an eine Vergesellschaftung heran gehen. Wenn Sie unsicher sind, suchen Sie sich Hilfe oder informieren Sie sich vorher so, dass Sie sich auch wirklich gut vorbereitet fühlen.