Exkurs: Sinn und Zweck der Badewanne bei einer Vergesellschaftung

Genutzt wird die Badewanne gern als erste Begegnungsstätte zu vergesellschaftender Mäuse. Zum einen macht sie sich gut als Anfang für die Etappenmethode.

Zum anderen lässt sich mit der Badewannenmethode herausfinden, wie Mäuse ticken, über die Sie noch wenig wissen. Sie bietet die Möglichkeit, Tiere in Bewegung und mit Reaktion auf ihre Artgenossen zu beobachten. Aus diesen Beobachtungen lassen sich gut Schlüsse ziehen, ob die Vergesellschaftung zum Beispiel schwierig wird. Entsprechend können Sie dann die Methode und ihre Ergänzungen wählen.

Auch lassen sich unpassende Vergesellschaftungsmethoden auf einen Blick ausschließen. Harmonieren Ihre Mäuse in der Wanne beispielsweise gut, können Sie ihnen mitunter den Stress von Kleinsetzen oder gar Panikbox ersparen. Andersherum weisen Aggressionen auf der großen Fläche darauf hin, dass eine Kleinraummethode wahrscheinlich besser wäre.

Auch bleibt der Stresspegel der Tiere auf großem Raum geringer, da sie einander ausweichen können. Problematisch kann es nur werden, wenn die Wanne von den Nagern dazu genutzt wird, sich permanent aus dem Weg zu gehen. In diesem Fall sollten Sie es eher mit Kleinsetzen versuchen, soweit die Mäuse nicht aggressiv aufeinander reagieren oder die Art nicht geeignet für enge Räume ist.

Zu guter Letzt ist das Handling in der Wanne viel einfacher, da Sie besser und schneller nach den Tieren greifen können, ohne dass diese gegen eine Begrenzung springen oder flüchten können. Auch Ihre Sicht auf die Tiere ist besser als in einem Käfig oder einer Box. Durch das freie Sichtfeld lassen sich eher aggressionsauslösende Muster erkennen, etwa bei verhaltensgestörten Solotieren.

Viel Platz ist vor allem bei sehr scheuen Individuen und Arten sinnvoll – besonders dann, wenn die Nager etwas größer sind. Dazu zählen beispielsweise Baumwollratten und Nilgrasratten. Die Gefahr, dass sich ein Tier ob der Enge des Behältnisses verletzt, entfällt in der Badewanne. Außerdem werden die Nager ruhiger, wenn sie sich nicht jeder Flucht- und Ausweichmöglichkeit beraubt sehen, wie es in engen Boxen und kleinen Käfigen der Fall ist.

Nicht zuletzt bietet die Badewanne auch den nötigen Platz für XXL Vergesellschaftungen mit sehr vielen Mäusen. Fehlt Ihnen dann ein großes Aquarium oder ein ähnliches Behältnis, leistet eine Wanne gute Dienste.

Nachteile der Wanne: Alle Arten mit einer gewissen Sprungkraft können rausspringen. Allein sollten Sie die Mäuse in der Wanne daher nicht lassen – oder nur, wenn Ihr Bad nicht allzu verwinkelt ist. Dann lassen sich ausgekommene Mäuse recht schnell wieder einfangen. Zudem sind Keramikwannen kalt. Hier besteht vor allem in einem kalten Bad Erkältungsgefahr – besonders für Arten aus tropischen und subtropischen Regionen. Sorgen Sie daher für ausreichend Wärme im Bad.