Die Duftmethode als Vergesellschaftungsmethode

Die Duftmethode wird selten als alleinige Vergesellschaftungsvariante eingesetzt. Sie hat sich aber bei schwierigen Vergesellschaftungen als gute Ergänzung der Etappenmethode, der Kleinraummethode und des neutralen Bodens erwiesen.
Von der Duftmethode gibt es mehrere Varianten, die alle zum Ziel haben, dass die Tiere identisch riechen.

Von allen Varianten, die Tiere in irgendwelchen speziell riechenden Flüssigkeiten (meist Tees oder Duftöllösungen) schwimmen lassen, rate ich dringend an. Nicht nur besteht die Gefahr, dass sich Ihre Mäuse erkälten. Die Tiere durchleben dabei dabei auch Angst bis hin zur Panik. Zudem ist der Erfolg dieser Mittel äußerst umstritten.

Inwieweit das Einreiben mit Duftölen für die Tiere verträglich, unverträglich oder gar giftig ist, ist nicht eindeutig nachgewiesen. Daher sei an dieser Stelle von den meisten Ölen – zumal zu scharfe Düfte auch die Atemwege und auch die Haut reizen können. Eine Ausnahme bildet Lavendel, den Sie – am besten mit einem Trägeröl verdünnt – als Punkt auf die Mäuse auftippen oder sanft an den Duftdrüsen einreiben können.

Eine weitere Möglichkeit der olfaktorischen Neutralisierung stellt das Einsprühen mit Rüdenabwehrspray (von Gimpet) dar. Diese Art der Duftmethode sollten Sie ausschließlich in Notfällen anwenden, sprich in besonders schwierigen Fällen. Dieses Gemisch überdeckt für 2 bis 3 Tage den Eigengeruch der Tiere. Erst danach kommt dieser langsam wieder durch. Bisher ist es zu keinen Unverträglichkeiten auf das Mittel gekommen, Allergien auf Inhaltsstoffe sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Bei der „natürlichen Duftmethode“ werden die Mäuse mit Streu aus der Kloecke der jeweils fremden Partei gründlich abgerieben, sodass ihnen der Duft des oder der neuen Partner(s) anhaftet. So riechen sie bei der ersten Begegnung vertrauter. Das reduziert meist das Aggressionspotential.

Wichtig: Wenn Sie die Duftmethode wählen, behandeln Sie bevorzugt die Körperregionen mit Duftdrüsen (z.B. am Po, unter dem Bauch oder unter dem Kinn).
Auch wenn die Tiere bei dieser Methode anfangs sehr friedlich sind, müssen Sie sie gut beobachten. Wenn die Wirkung des gewählten Mittels nachlässt, können die Mäuse durchaus noch aggressiv aufeinander reagieren.
Die Methode gilt als gescheitert, wenn die Tiere, nach Wirkungsende des Mittels wieder aggressiv werden oder sogar sofort beginnen, einander anzugreifen.