Die Etappenmethode zur Vergesellschaftung

Die Etappenmethode hat sich heute in vielen Bereichen für Mäuse als erste Methode der Wahl etabliert. In der Regel zieht sie sich mindestens über eine Woche und mindestens drei Etappen hinzieht.

1. Etappe – Badewanne

Die Mäuse lernen sich in der leeren Badewanne oder einem ähnlichen Areal kennen, worin außer den Tieren selbst nur noch Futter und Wasser stehen. Beschnüffeln und kleine Balgereien sollten Sie gut beobachten. Zu blutigen Beißereien sollten Sie es gar nicht erst kommen lassen. Passiert es doch, müssen Sie die Tiere Kontrahenten sofort trennen und den Versuch eventuell später wiederholen. Schlägt der zweite Versuch ebenfalls fehl, ist eine andere Methode sinnvoller. Je nach Ausgangssituation können Sie diesen ersten Schrittauch einfach wegzulassen und gleich mit einer kleinen Box beginnen. Kurz, der erste Schritt der Etappenmethode kann einfach eine andere Vergesellschaftungsmethode sein, die mit der Etappenmethode kombiniert wird.
Diese Etappe ist erfolgreich beendet, wenn die Tiere alle zusammen in einer Ecke der Wanne, meist auf dem Stöpsel, zusammen sitzen oder schlafen.
Verbeißen sich die Mäuse sofort ineinander, wenn sie sich das erste Mal in der Wanne begegnen, sollten Sie diese Methode gleich abbrechen. Für die Vergesellschaftung stellt das je nach Art insgesamt eine eher düstere Prognose – auch für den Erfolg anderer Methoden.
Vertragen sich die Nager, verbleiben sie nach Möglichkeit mindestens 5 bis 6 Stunden in der Wanne.

2. Etappe – Kleine Box

Danach ziehen die Mäuse für mindestens 12 Stunden in eine kleinere Box. Ernste Reibereien oder gar Beißereien sollten dann nicht auftreten. Ansonsten müssen die Nager eine Stufe zurück, also wieder in die Badewanne. Nehmen Sie die Box nach Möglichkeit mit ans Bett, um eventuelle Kämpfe rechtzeitig zu bemerken.

3. und 4. Etappe – Hamsterknast und größerer Käfig

Bleiben sie in der kleinen Box friedlich, können sie für die folgende Nacht in einen kleinen Käfig umziehen – je nach Größe Ihrer Mäuse und der Gruppe meist in einen 30er bis 60er Hamsterknast oder eine Box dieser Größenordnung. Bleibt die Gruppe dort stabil, kann sie nach 24 Stunden in einen großen Käfig ziehen (je nach Art ab 80 cm Seitenlänge). Gab es ernsthaften Streit, geht es wieder eine Stufe zurück. Gab es leichte Reibereien, bleiben die Tiere länger auf dieser Stufe.

5. Etappe – Endgehege

Haben die Mäuse im großen Käfig ohne Zwischenfälle übernachtet, können Sie sie in das noch spärlich eingerichtete Endgehege setzen, welches dann nach und nach komplett eingerichtet wird. Je nach Größe des Endgeheges und Stabilität der Gruppe können Sie weitere Stufen bis zum endgültigen Umsetzen ins Gehege eingefügt werden.

Grundregeln für die Etappenmethode

Die Etappenmethode ist ein Baukastensystem, aus dem Sie nehmen, was Sie brauchen. Diese Methode ist also beliebig erweiter- und kürzbar. Haben Sie ausreichend Erfahrung, um Ihre Gruppe richtig einschätzen zu können und ist diese sehr friedlich, können Sie die Etappen 3 und 4, evtl. sogar noch die Etappe 1 oder 2 streichen. Sie kann also im kürzesten Fall aus 2 Etappen (Box (oder Wanne) – Endgehege) bestehen. Wenn die Notwenigkeit besteht, können Sie sie aber auch über 6, 7 oder noch mehr Etappen ausdehnen.

Achtung: Nehmen Sie bei jeder Stufe die benutzte Streu mit in die nächste Etappe. Das reduziert die Gefahr von Streitereien.

Gibt es bei einer Etappe auch nach mehrmaligem Rückstufen beim 3., spätestens 4. Versuch nach 48 Stunden immer noch Auseinandersetzungen, gilt die Methode als gescheitert. Ich persönlich würde es allerdings gar nicht so oft versuchen. Leider hat sich die Tendenz entwickelt, diese Methode mit unzähligen Rückstufungen sogar über Monate zu ziehen. Das ist weder im Sinne der Etappenmethode, noch im Interesse Ihrer Mäuse!

Vorteile:

  • vergleichsweise wenig Stress, da sich die Mäuse beim ersten Kontakt noch ausweichen können und erst eng zusammensitzen (müssen), wenn das erste Kennenlernen friedlich geendet hat
  • gute Erfolgsrate
  • stabiles Ergebnis

Nachteile:

  • recht langer Zeitraum für den Halter
  • nicht jeder besitzt ausreichend viele Käfige in passenden Größen
  • die Methode verleitet zum ewigen Rumprobieren

Eignung:

  • grundsätzlich für alle Arten geeignet