Woche 4 des Solo-Projekts

Bei Lars und seinen Kastraten ist seit Einzug der Vielzitzenmaus erstaunlich viel Ruhe eingekehrt und die hat sich auch bis jetzt gehalten. Da auch alle gesund sind, gibt es hier schlicht nichts Neues zu berichten.
Lediglich Lars selber hat sich seit dem Umzug eine süße Marotte angewöhnt: Zum Trinken sitzt er jetzt immer auf dem Röhrchen der Wasserflasche. So kann ich auch immer schauen, ob der Opa noch fit ist.

Bei Siegfrieds Gruppe prügeln die Kastraten wieder genauso, wie sie es vor Siegfrieds Einzug schon getan haben, nämlich ab und zu ein bisschen und wenn ich nachschauen komme, ist es wie immer keiner gewesen. Erstaunlicherweise prügelt Siegfried überhaupt nicht mit. Ich denke, er ist einfach froh, nicht mehr allein zu sein.

Die große Gruppe ist ein wenig unruhig. Leider war diese Woche so ereignisreich, daß ich erst am Sonntag herausgefunden habe, wer hier wen nicht so lieb hat, wie er sollte. Sonntagmorgen habe ich die Aufziehmaus erwischt, wie sie Gerhardt am Hintern hing. So geht das nicht weiter!
Ich werde die Aufziehmaus probeweise aus der Gruppe nehmen. Kehrt dann Ruhe ein, wird er zu Mädchen vermittelt. Dies ist dann für alle Beteiligten die streßärmste Lösung.
Ich denke, zum Teil liegt seine Aufmüpfigkeit auch daran, dass Fridolin, der Chef, derzeit krank ist und ihn nicht so kurz halten kann, wie er müsste. Fridolin schnupft leider seit dem Wochenende und bekommt nun Antibiotikum. Ich hoffe, das wird schnell wieder. Den Kurzen jeden Abend auf 6 qm Gehegefläche zu suchen, ist nicht gerade prickelnd.
Auch Tom macht mir etwas Sorgen. Der kleine Kastrat aus Schleswig war schon immer ein recht schmaler, leicht hutzeliger Geselle. Doch inzwischen ist er auch sehr ruhig geworden, hat im Laufe der letzten zwei Wochen einen ziemlichen Buckel entwickelt und kommt von der obersten Schranketage kaum runter.
Daher habe ich ihn am Sonntagmittag kurz entschlossen aus der Anlage genommen und in die Krankengruppe gesetzt, wo er mit neugierigem Schnüffeln völlig ohne Streit aufgenommen wurde. Hier bleibt er unter Beobachtung. Ich hoffe, er fängt sich wieder in der ruhigen Gruppe.

Die Krankengruppe ist einfach nur lieb. Hier wird gekuschelt, geputzt und gewärmt. Es herrscht eitel Sonnenschein. Gepiepse gab es die ganze Woche nicht.
Leider ging es mit Orpheus die ganze Woche immer mehr bergab. Also habe ich ihn schon wieder mit nach Hamburg zum Tierarzt genommen. Der hat dann festgestellt, daß die Milz riesig angeschwollen ist. Vermutliche Ursache: Entweder eine Entzündung oder ein Tumor. Um eine eventuelle Entzündung zu bekämpfen, bekam er Cortison.
Ich habe so für den kleinen Mann gehofft und gebangt. Doch fünf Minuten nach meiner Rückkunft in Holt ist er in meiner Hand dann eingeschlafen. Ich konnte ihm einfach nicht mehr helfen. Mach’s gut, Orpheus! Wir werden Dich hier sehr vermissen!
Daher hat Orpheus leider auch nicht mehr die neue Einrichtung und die neuen Etagen miterlebt, die ich der Gruppe am Sonntag eingehängt und eingerichtet habe. Jetzt sind sie fast komplett eingerichtet. Es ist immer noch Frieden und die Nasen hatten den ganzen Sonntag zu tun, Ihr neues altes Reich zu erkunden.

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