Die Kleinraummethode zur Vergesellschaftung

Bei der Kleinraummethode bringen Sie Ihre Mäuse für maximal 48 Stunden in einem sehr kleinen Käfig oder einer geeigneten Transportbox unter.
Diese Methode fußt auf der Eigenschaft einiger Arten, auf großen Flächen eher Revierkämpfe anzufangen. Vor allem für diese ist sie daher sinnvoll. Zudem vermischt sich der Geruch der einander fremden Tiere besser, da sie sich durch den Platzmangel ständig berühren.
Meist laufen die Nager 10 bis 30 Minuten durch die Box. Dann beginnen sie, Grüppchen zu bilden. Im Idealfall schlafen die Mäuse nach spätestens 2 bis 5 Stunden friedlich auf einem Haufen.

Ein Problem kann das Umsetzen aus der Box in das neutrale Endgehege werden. Ist das Ergebnis des Kleinsetzens nicht stabil, treten dann wieder Streitereien auf. Dann müssen die Tiere noch mal zurück.

Nehmen Sie beim Umsetzen die Streu aus dem Käfig oder der Box mit ins Endgehege und lassen Sie das Endgehege für die erste Nacht noch leer. Etagen sollten Sie – wenn möglich – absperren. Als Inventar für die erste Nacht reichen Futterschüssel, Wasserflasche und eventuell ein Heuhaufen.

Vorteil der Methode ist ihre Unkompliziertheit. Zudem können Sie die Mäuse mit ans Bett nehmen, falls sie über Nacht in der Box oder dem Käfig bleiben sollen.

Nachteil dieser Methode ist der hohe Stressfaktor. Zudem besteht eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr, falls sich die Tiere auf dem engen Raum doch bekämpfen sollten.
Deshalb sollten Sie sie nur anwenden, wenn :

  • die Großraummethoden versagt haben
  • bei geeigneten Arten
  • in Kombination mit anderen Methoden (siehe Etappenmethode)

Die Methode gilt als gescheitert, wenn die Mäuse nach 15 bis 20 Stunden immer noch Aggressionen zeigen.
Kleinsetzen ist unter anderem für alle Stachelmäuse sowie für Eurasische Zwergmäuse ungeeignet, da sie bei diesen Arten Aggressionen eher fördert als hemmt. Auch bei Grasmäusen kann diese Methode zu ernsthaften Verletzungen führen. Bei extrem scheuen Tieren sind Flucht- und Verletzungsgefahr erheblich. Verzichten Sie daher darauf, beispielsweise Nilgrasratten oder braune Baumwollratten und ähnlich zu Panik neigende Arten dieser Methode auszusetzen!