Wärmequellen für Mäuse

Wärmequellen für Mäuse können Sie sowohl für Gehege wärmeliebender Arten, als auch für kranke Tiere benötigen. Dafür gibt es sehr viele verschiedene Lösungen. Achten Sie unabhängig von der Wärmequelle darauf, dass sich die Tiere dieser entziehen und kühlere Regionen im Gehege aufsuchen können.
Kontrollieren Sie bei nicht permanenten Wärmequellen regelmäßig die Temperatur.
Achten Sie bei der Verwendung permanenter Wärmequellen in geschlossenen Gehegen (Aquarium, Terrarium, Faunarium) auf eine adäquate Stärke des Heizelements, um einen Hitzestau und damit eine akute Hitzschlaggefahr für die Tiere zu vermeiden!

Permanente Wärmequellen für Mäuse

Heizmatten

Heizmatten gibt es in sehr unterschiedlichen Größen und Stärken. Sie eignen sich jedoch nicht für jede Gehegeform. Anwenden können Sie die Matten für Glas- oder Plexiglasgehege.
Heizmatten werden entweder unter das Gehege gelegt oder mit Silikon an die Rückwand geklebt.
Achten Sie vor allem bei geschlossenen Behältern wie Faunaboxen, Aquarien und Terrarien darauf, dass die Stärke der Matte auch dem Gehege entspricht. Sonst drohen Hitzestau und Hitzschlag! Eine 7-Watt-Matte ist für ein 60er Aquarium beispielsweise für eine leichte Erwärmung völlig ausreichend. Wählen Sie im Zweifelsfall die geringere Stärke.

Vorteile

  • gleichmäßige Wärmeentwicklung
  • einfach anzubringen
  • große Auswahl
  • in vielen stationären und Online Shops zu erwerben

Nachteile

  • recht teuer
  • hat nicht jeder im Hause

Eignung

  • als Wärmezufuhr für kranke Tiere
  • Wärme in Übergangsphasen zu kühleren Temperaturen (Erkältungen vermeiden)
  • dauerhafte Wärmezufuhr für wärmeliebende Arten

Heizkabel

Heizkabel sind isolierte Drähte, die im Mäander mit Silikon auf eine Unterlage wie etwa Glas geklebt werden. Dabei erreichen Sie je nach Abstand der Schnurbögen zueinander eine unterschiedliche Wärmeintensität. Achten Sie unbedingt auf den vom Hersteller empfohlenen Mindestabstand!
Die Schnüre können Sie sowohl auf eine transportable Platte, als auch direkt unter ein Glasgehege kleben. Für Plastik und Holz sind sie für direktes Aufkleben ungeeignet. Die transportable Variante funktioniert wie eine Heizmatte.

Vorteile

  • gleichmäßige Temperaturentwicklung
  • transportable Variante einfach anwendbar
  • in vielen Shops erhältlich
  • in mehreren Stärken erhältlich
  • flexibel in der Anwendung

Nachteile

  • Herstellung eines Heizelementes etwas aufwändiger
  • recht teuer

Eignung

  • gut für Kranken- und Quarantänebecken
  • große Glasgehege können gleichmäßig mit Bodenwärme versorgt werden
  • transportable Variante gut wie Heizmatte für kranke Tiere anwendbar
  • Wärme in Übergangsphasen zu kühleren Temperaturen (Erkältungen vermeiden)

Heizsteine

Heizsteine sind Wärmeelemente mit Felsoptik, die sich gleichmäßig erwärmen. Sie können sowohl zum Heizen von Glasgehegen, als auch als lokaler Wärmespot für Gittergehege und Eigenbauten verwendet werden. Achten Sie bei Glasgehegen darauf, dass die Heizleistung nicht zu hoch für die Gehegegröße ist, sonst droht ein Hitzschlag!
Bei Holzgehegen lässt sich das Kabel direkt durch ein Bohrloch nach draußen leiten und so vor den Nagezähnen schützen. In Glasgehegen ist die Kabelsicherung etwas schwieriger. U-Profile haben mir hier gute Dienste erwiesen.
Achten Sie im Holzgehege darauf, dass die Steine keine zu große Leistung haben und lesen Sie die Vorsichtsmaßnahmen der Anleitung genau. Holz und vor allem Holzspäne oder ähnliche Einstreu sind gut brennbar.

Vorteile

  • gleichmäßige Wärmeentwicklung
  • dekorative Optik

Nachteile

  • meist aus Kunststoff, der angenagt werden kann
  • Kabel vor Nagezähnen sichern → schwierig
  • teilweise sehr teuer

Eignung

  • für Gehege wärmeliebender Exoten
  • für kranke Tiere umständliches Handling, daher nicht zu empfehlen
  • Wärme in Übergangsphasen zu kühleren Temperaturen (Erkältungen vermeiden)

Rotlichtlampen

Rotlichtlampen gibt es sowohl im Medizinbedarf, als auch im Terrarienzubehör. Achten Sie beim medizinischen Rotlicht darauf, dass die Tiere nicht direkt ins Licht schauen können, da sonst auf Dauer Augenschäden bis hin zur Erblindung drohen. Terrarienrotlichter können Sie als direkte Strahler verwenden.
Verwenden Sie unbedingt eine hitzebeständige Fassung aus Keramik oder Porzellan, da die Terrarienrotlichter sehr heiß werden können. Die Fassung für medizinische Rotlichter schmilzt Ihnen weg.
Achten Sie vor allem bei geschlossenen Behältern darauf, dass die Lampe nicht zu stark ist, da sonst Hitzestau und in der Folge Hitzschlag drohen!
Verwenden Sie medizinische Rotlichter nur im Notfall und nur für kranke Tiere. Für eine dauerhafte Anwendung sollten Sie auf Terrarienrotlichter zurückgreifen.

Vorteile

  • gleichmäßige Wärmeabgabe
  • recht günstig
  • medizinische Rotlichter gibt es in den meisten Haushalten

Nachteile

  • direkte Bestrahlung beim medizinischen Rotlicht nicht möglich
  • nicht bei allen Erkrankungen anwendbar (z.B. NICHT, wenn keine starke Durchblutung gewünscht ist)
  • verursacht einen Wasserverlust beim bestrahlten Tier

Eignung

  • als Wärmespot für Gittergehege (besonders beliebt: angestrahlte, warme Steine)
  • als Heizung für geschlossene Gehege
  • Wärmequelle für kranke Tiere
  • Wärme in Übergangsphasen zu kühleren Temperaturen (Erkältungen vermeiden)

Wärmestrahler / Keramikstrahler

Wärmestrahler gibt es in der Terraristik in verschiedenen Spektren (Mondlicht- und Tageslichtlampe, Keramik-Wärmestrahler). Fragen Sie im Zweifelsfall, ob das genaue Spektrum für Säuger geeignet ist.
Achten Sie bei geschlossenen Gehegen auf die Stärke der Lampe, um einen Hitzestau und damit die Gefahr eines Hitzschlages zu vermeiden! Beachten Sie außerdem bei Holzgehegen einen ausreichenden Abstand der Strahler zum Holz.

Vorteile

  • gleichmäßige Wärmeabgabe
  • recht günstig

Nachteile

  • verwirrende Vielfalt

Eignung

  • als Wärmespot für Gittergehege (besonders beliebt: angestrahlte, warme Steine)
  • als Heizung für geschlossene Gehege
  • im Notfall auch für kranke Tiere verwendbar
  • Wärme in Übergangsphasen zu kühleren Temperaturen (Erkältungen vermeiden)

Nicht permanente Wärmequellen

Heat Packs

Heatpacks enthalten ein Gel, das beim Knicken kleiner Metallblättchen reagiert und bei dieser Reaktion Wärme freisetzt. Meist werden sie in den verschiedensten Formen als Taschenwärmer verkauft.
Achtung: Die verschiedenen Fabrikate werden sehr unterschiedlich heiß. Testen Sie vor der Anwendung die Endtemperatur, damit sich Ihre Tiere nicht verbrennen!

Vorteile

  • oft im Hause
  • geht schnell
  • kostengünstig

Nachteile

  • Temperaturabfall durch Auskühlen → muss regelmäßig gewechselt werden
  • kann angenagt werden

Eignung

  • für Erste-Hilfe-Maßnahmen, wenn andere Wärmequellen nicht im Haus sind
  • für kurze Strecken, z.B. zum Tierarzt

 

Heiße Gläser

Heiße Gläser funktionieren nach dem Wärmflaschenprinzip. Verwenden Sie hier Flaschen, Marmeladengläser oder ähnliches, die Sie mit heißem Wasser befüllen.
Achtung: Die Oberfläche ist für die Tiere zu heiß! Schlagen Sie das Glas daher unbedingt in ein altes Handtuch ein, wenn Sie solche Gläser als Wärmequellen für Mäuse verwenden.

Vorteile

  • immer im Hause
  • geht schnell
  • kostengünstig

Nachteile

  • Temperaturabfall durch Auskühlen → muss regelmäßig gewechselt werden
  • Bruchgefahr des Glases

Eignung

  • für Erste-Hilfe-Maßnahmen, wenn andere Wärmequellen nicht im Haus sind
  • für kurze Strecken, z.B. zum Tierarzt

Heizung

Stellen Sie Ihre Mäuse niemals auf die Heizung! Heizkörper können ungeahnt heiß werden, sodass Ihrem Patienten ein Hitzschlag droht. Zudem kann die Nachtabsenkung dazu führen, dass ein Tier wieder auskühlt. Die Heizung ist daher keine geeignete Wärmequelle für Mäuse und schon gar nicht für kranke Tiere.

 

Snuggle Safe

Das Snuggle Safe ist ein Wärmekissen, das in der Microwelle aufgewärmt wird und seine Temperatur bis zu 10 Stunden hält. Damit die Tiere sich nicht verbrennen, wird es mit einem weichen Fleece-Bezug geliefert.

Vorteile

  • geht schnell
  • hält die Wärme recht lange
  • speziell für Tiere entwickelt

Nachteile

  • Temperaturabfall durch Auskühlen → muss regelmäßig gewechselt werden
  • Kann angenagt werden

Eignung

  • für kranke Tiere als Wärmequelle
  • für kurze Strecken, z.B. zum Tierarzt

 

Wärmflasche

Die Wärmflasche wird mit warmem bis heißem Wasser befüllt und in ein altes Handtuch geschlagen, damit sich die Tiere nicht an der heißen Oberfläche verbrennen können.

Vorteile

  • einfach und schnell handhabbar
  • in fast jedem Haushalt vorhanden

Nachteile

  • relativ schnelles Auskühlen
  • Temperaturschwankungen
  • Gefahr von Auslaufen und Verbrühungen bei Annagen

Eignung

  • für kranke Tiere zu Hause
  • für den Weg zum Tierarzt
  • als Wärmequelle bei Mitfahrgelegenheiten im Winter