Naturgehege: Wühlmausbuddelarium

Gehege

Als Gehege eignen sich Aquarien ab einer Größe von 150x50x50cm. Sie können aber sehr gut auch aus Holz und Plexiglas ein Gehege bauen. Dieses müssen Sie dann gut mit Epoxidharz versiegeln. Lackierte Gehege weichen erfahrungsgemäß auch bei mehreren Lackschichten früher oder später durch.
Ich habe mein Gehege am Boden und den unteren Seiten jedoch braun lackiert, weiter oben dann dunkelgrün, damit es besser zur künftigen Umgebung passt.

Einstreu

Da das Gehege künftig von feuchtigkeitsliebenden Bewohnern bezogen werden soll, müssen Sie dafür sorgen, dass keine Staunässe entsteht. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit folgender Schichtung gemacht: Kies – Seramis – Erde/Terrarienhumus. Am Boden sorgt die Kiesschicht dafür, dass überschüssiges Wasser abfließen kann und nicht in der Erde steht, falls Sie mal zu sehr gießen. Die darüber liegende Seramisschicht dient ebenfalls der Aufnahme von überschüssigem Wasser. Darüber werden Kokoshumus und Erde im Wechsel geschichtet, bis eine Höhe von mindestens 30cm erreicht ist. Wenn Sie möchten, können Sie auf die vorletzte Schicht Erde oder Humus auch Grassamen aussäen.
In der Regel durchmischen die Mäuse später Humus, Erde und Seramis – was dem Zweck des Seramis jedoch keinen Abbruch tut.

Bodengrund: Kies - Seramis - Erde mit ausgesätem Hafer
Bodengrund: Kies – Seramis – Erde mit ausgesätem Hafer

Inventar

Wenn Sie Wiese im Gehege haben möchten, sollten Sie am besten ein Rasenstück ausstechen und im Gehege anwachsen lassen, bevor die Bewohner einziehen. Dieses hat größere Überlebenschancen als eine angesäte Wiese. Diese hat bei mir leider nur einige Wochen überlebt, wurde dafür aber mit Begeisterung gefressen. Aus den Halmen rekrutieren die Wühlmäuse sowohl einen Teil ihrer Nahrung, als auch ihr Nistmaterial. Heu würde in der feuchten Umgebung ohnehin nur schimmeln.
Da Schilfwühlmäuse gern baden, ist eine Badeschale Pflicht. Ich habe meine auf einen Weinstein gestellt, damit die Nager sie nicht unterwühlen können und eventuell von der sich senkenden Schale erdrückt werden.
Wählen Sie die Badeschale so, dass Sie sie leicht entfernen und reinigen können. Die Tiere veranstalten beim Baden eine ziemliche Schweinerei und setzen auch Kot im Wasser ab.
Holzinventar schimmelt meist auf dem feuchten Untergrund. Versuchen Sie es daher maximal mit großen, gut durchgetrockneten Ästen und Wurzeln, die eine kleine Auflagefläche haben. Kontrollieren sie jegliches Holzinventar regelmäßig auf Schimmel!
Sehr gut bewährt hat sich Inventar aus Keramik, Ton oder Terracotta, aber auch Steine in verschiedensten Formen.

Eignung und Pflege

Das beschriebene Gehege eignet sich für die Unterbringung von Schilfwühlmäusen, wenn es etwas dreidimensionaler gestaltet und höher gebaut wird, auch für die agilen Rötelmäuse.
Die Pflege des Geheges ist recht einfach, da sich die Erde zum Teil selbst pflegt. Zum Abbau von Kot und Pflanzenresten und zur Schimmelvermeidung können Sie auch noch Springschwänze, Weiße Asseln und andere Destruenten in den Boden einbringen.
Um die Pflanzen zu pflegen, muss das Gehege regelmäßig beregnet werden.