Aquarium für Farbmäuse

Farbmäuse werden auch heutzutage noch oft und gern in Aquarien gehalten. Sie scheiden allerdings relativ viel Urin aus. An der Luft bilden Bakterien daraus aggressiven Ammoniak, der die empfindlichen Atemwege der Tiere dauerhaft schädigen kann. Die Haltung von Farbmäusen in Aquarien ist also ein zweischneidiges Schwert.
Vor allem die Belüftung ist ein zentraler Streitpunkt. Dabei gilt die Daumenregel: Je größer das Aquarium ist und je weniger Tiere es bewohnen, umso besser ist die Luftqualität im Gehege.

Vorteile bei einem Aquarium für Farbmäuse

  • kein störendes Gitter
  • einfache Reinigung
  • einfache, preiswerte Anschaffung

Zudem werden Argumente wie mangelnde Durchlüftung und die fehlende Kletterfläche als lapidar abgetan, da Farbmaushalter die gesundheitlichen Folgen für die Maus in der Regel nicht bemerken oder zumindest nicht mit dem Aquarium als Ursache in Verbindung bringen. Dabei sind dies nicht die einzigen Nachteile, die Aquarien für Farbmäuse haben.

Gründe gegen Aquarien in der Farbmaushaltung

  • Farbmäuse auf einem Rindenstück
    Frische Luft um die Nase: So wird die Lunge von Farbmäusen weniger belastet

    schlechte Belüftung

  • Ammoniakgeruch wird spät wahrgenommen und die Mäuse zu selten ausgemistet
  • fehlende Kletterflächen
  • oft insgesamt zu flach
  • Etagen fehlen oft
  • schwerer verhaltensgerecht einzurichten
  • Tiere müssen von oben angefasst werden

Aquarienmaße und Atemwegserkrankungen

Das Mindestmaß für eine artgerechte Farbmaushaltung beträgt für bis zu vier Mäuse 100 x 50 x 50 cm. Ein Aquarium in diesen Maßen ist allerdings schwer zu handhaben – zumindest allein.

Auch Aquarien, die nicht höher als breit sind, lüften schlechter als Gittergehege gleicher Größe. Das liegt in der Natur von Gitter und Glas. Ob sie dennoch ausreichend lüften, ist ein permanentes Streitthema, bei dem es noch kein abschließendes Fazit gibt. Meiner Erfahrung nach sind Aquarien, die nicht höher als breit sind, der Gesundheit nicht abträglich, solange die Besatzdichte entsprechend gering ist. Weitgehend einig ist man sich darüber, dass Aquarien, die höher als breit sind, für Farbmäuse zu schlecht durchlüftet sind.

Farbmaus auf einer Wurzel
Beim Einrichten stoßen Sie im Aquarium schnell an Grenzen

Hält man die Nase in ein Aquarium mit Farbmäusen, ist der Geruch darin mitunter ein ganz anderer als in der Umgebung. Da er aber außerhalb nicht so stark ahrnehmbar ist, besteht das Risiko, dass Sie die Tiere zu spät reinigen. Es staut sich also unbemerkt vermehrt Ammoniak im Aquarium an. Das Gas wirkt reizend auf die Lunge und macht sie damit anfälliger für Lungenerkrankungen, zu denen Farbmäuse schon neigen.
Eine gereizte oder gar geschädigte Lunge bietet zudem eine gute Angriffsfläche für Pilze. Diese sind im Lungengewebe nur schwer zu bekämpfen. Haben Sie also Farbmäuse im Aquarium und bei einigen Tieren Lungengeräusche, die sich mit einem Antibiotikum nicht bekämpfen lassen, könnten die Geräusche auch von einer Pilzerkrankung, einer sogenannten Mykose, herrühren.

Die Einrichtung von Farbmausaquarien: ein praktisches Problem

An Glas können Farbmäuse nicht klettern. Damit fallen die Seitenwände des Geheges als Bewegungsfläche aus. Mangels Größe des Aquariums reicht aber auch das Inventar oft nicht für genügend Bewegung aus. Das fällt allerdings erst auf, wenn Sie die Tiere aus dem Aquarium in ein Gehege setzen, das ihre Bewegung mehr fordert. Die Farbmäuse zeigen dort Defizite in Koordination und Kondition.
Ein eher praktisches Problem ist die Befestigung der Einrichtung in Aquarien. Die Befestigung von Trinkflasche und Inventar ist eher schwierig, das Einhängen von Nestern und Nistkästen in den Seiten unmöglich. Damit sind die Möglichkeiten der Einrichtung insgesamt beschränkt.

Fluchttier Farbmaus – Nicht von oben greifen

Mäuse sind Fluchttiere, deren Feinde meist von oben auf sie herabstoßen. Dieses Feindbild des von oben angreifenden Räubers ist auch den Farbmäusen noch instinktiv erhalten geblieben. Entsprechend unangenehm ist es für die Tiere, wenn sie von oben angefasst werden. Mitunter lässt sich das an größerer Scheu im Vergleich zu anderen Haltungsformen beobachten. Der Unterschied wird jedoch auch hier erst nach einem Umsiedeln der Tiere deutlich.