Warzen / Papilloma bei Mäusen

Ursachen

Warzen sind Wucherungen der Haut, die durch meist streng wirtsspezifische Papilloma-Viren verursacht werden.
Die Viren befallen die Basalzellen von Haut und Schleimhäuten und lösen dort dann die sichtbaren, meist gutartigen Wucherungen aus, indem sie die Zellen zu permanenter Teilung veranlassen. Die Viren selbst verlassen den Wirt über abgestorbene Epithelzellen.

Warzen und Papillome können sich sowohl auf dem Körper eines einzelnen Tieres als auch innerhalb einer ganzen Gruppe ausbreiten.
Vielzitzenmäusen wird nach Studien eine hohe Infektionsrate mit Papillomaviren unterstellt. Diese Mäuseart entwickelt überdurchschnittlich oft Neoplasien, die durch spezielle Papillomaviren verursacht werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Tumorentwicklung steigt mit dem Lebensalter der Tiere. Männliche Tiere sind dabei insgesamt häufiger betroffen als weibliche.
Untersuchungen legen zudem bei Vielzitzenmäusen einen Zusammenhang von Papilloma-Infektionen und Augenentzündungen nahe.

Übertragung

Viltzitzenmaus mit Warzen an Auge und Maul
Viltzitzenmaus mit Warzen an Auge und Maul

Warzen werden durch den Kontakt zu Sekreten und Trägerstoffen übertragen, die die Viren enthalten. Ein Hautkontakt reicht dann aus, wenn die Haut minimal verletzt ist und somit eine Eintrittspforte für die Viren in den Körper vorhanden ist. Eine Infektion kann auch stattfinden, wenn ein totes, infiziertes Tier von Artgenossen angefressen wird, da das Virus nicht nur in der Haut vorhanden ist.

Der genaue Infektionsweg ist jedoch noch nicht bekannt. Eine Übertragung von Muttertier auf ihre Jungen gilt jedoch als unwahrscheinlich.
Da die Viren mit abgestorbenen Epithelzellen abgestoßen werden, ist eine Kontamination aller von den Tieren berührten Gegenstände wahrscheinlich. Die Übertragung muss daher nicht direkt von Tier zu Tier erfolgen.
Epidemiologische Studien legen nahe, dass alle Säugetiere mit Papilloma-Viren infiziert sind. Jedoch sind diese noch nicht alle entdeckt worden.

 

Diagnose

Flächige Warze an der Flanke einer Vielzitzenmaus
Flächige Warze an der Flanke einer Vielzitzenmaus

Warzen existieren in vielen verschiedenen Formen, die meist deutlich abgegrenzt aus den oberen Hautschichten wachsen. Je nach Erscheinungsform werden sie beispielsweise als Stachelwarzen, Pinselwarzen oder ähnliches bezeichnet. Sie wachsen meist längst nicht so stark wie ein Tumor.

Papillome können am ganzen Körper auf der Haut und an den Übergängen von Haut zu Schleimhaut sowie auf Schleimhäuten (etwa im Maul) auftreten. Lassen Sie also eine Wucherung in jedem Fall von einem Tierarzt untersuchen. Er kann feststellen, worum es sich bei der Wucherung genau handelt.

Behandlung

Warzen und Papillome können sich zwar ausbreiten, stellen aber in der Regel nur ein rein kosmetisches Problem dar. In diesen Fällen muss die Wucherung weder behandelt noch entfernt werden. Sie stört die Maus nicht und ist auch nicht schmerzhaft.

Behandlungsbedürftig ist eine solche Wucherung, wenn sie Probleme bereitet. Dies kann zum Beispiel bei einer ungünstigen Positionierung, etwa am Lidrand, der Fall sein.
Einige Warzen verursachen auch teilweise starken Juckreiz, so dass der Nager sich permanent daran kratzt. Dies birgt die Gefahr von Entzündungen und ist für die Maus außerdem recht schmerzhaft. Beraten Sie sich mit Ihrem Tierarzt hier daher eine entsprechende Therapie.

Zeigen Warze oder Papillom eine auffallende Veränderung in Farbe oder Form, könnte das auf eine bösartige Veränderung hindeuten. Solche Wucherungen sollten entfernt werden.

Ebenfalls behandlungsbedürftig sind blutende Warzen. Durch den geringen, aber permanenten Blutverlust wird das Tier geschwächt. Hier können Sie durch eine lokale Behandlung mit beispielsweise mit Lotagen Abhilfe schaffen.

Interessante Links

Untersuchungen zur Persistenz von Mastomys natalensis Papillomavirus

Quellen
Wikipedia.org
Untersuchungen zur Persistenz von Mastomys natalensis Papillomavirus
Anja Ewringmann, Barbara Glöckner: Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus; Enke, 1. Auflage 2008