Hitzschlag bei Mäusen

Mäuse haben keine Schweißdrüsen, können also nicht schwitzen. Daher sind sie besonders hitzeempfindlich. In der Regel versuchen die Tiere sich durch Belecken des Fells Kühlung zu verschaffen, wenn sie hohen Temperaturen nicht ausweichen können.

Ursache

Die Gefahr eines Hitzschlages besteht vor allem in den heißen Sommermonaten, wenn sich die Räume, in denen die Gehege stehen, sehr stark aufheizen. Selbes gilt für Mäuse in Transportboxen, die während dieser Zeit in Autos ohne Klimaanlage oder auf dem Beifahrersitz in der prallen Sonne transportiert werden.
Schon bei geringerer Wärmezufuhr können die Nager einen Hitzschlag erleiden, wenn sie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, ohne die Möglichkeit zu haben, sich auf ein schattiges Plätzchen zurückzuziehen.
Doch nicht nur die Außentemperatur kann zu einem Hitzschlag führen. In Aquarien und Terrarien ist auch eine Überhitzung möglich, wenn extern über eine Heizlampe, Heizmatte oder ähnliches Wärme zugeführt wird. Ist die Wärmequelle für die Größe des Glasbehältnisses zu stark, entsteht ein gefährlicher Hitzestau.
Gefährdet sind wie auch beim Menschen besonders sehr junge und sehr alte, kranke, schwangere und übergewichtige Tiere.

Folgen

Bei anhaltend hohen Temperaturen kommt es zu einer Erweiterung der peripheren Gefäße und schließlich zum Kreislaufkollaps.
Bei Temperaturen über 41°C beginnt eine Schädigung der Gefäßwände. Die Gerinnung und Denaturierung von Eiweißen beginnt, es entstehen Nekrosen in den Organen.
Äußerlich werden die Mäuse erst unruhig und versuchen sich den zu hohen Temperaturen zu entziehen. Später folgen Apathie und Gleichgewichtsstörungen. Schließlich tritt ein Schockzustand ein. Die Tiere liegen auf der Seite, sind blaß und zeigen deutliche Schwierigkeiten beim Atmen sowie Bewusstseinstrübungen. Auch Muskelzuckungen und Krämpfe können auftreten.

Diagnose

Ein Hitzschlag fällt sofort auf. Beobachten Sie bei sonst gesunden Tieren an heißen Tagen oder in geheizten Glasgehegen folgende Symptome, müssen sie an einen Hitzschlag denken:

  • Die Nager liegen platt und apathisch im Gehege.
  • Flache, sehr schnelle Flankenatmung.
  • Die Tiere sind schlapp und sehr weich, wenn man sie anfasst.
  • Die Tiere sind merklich wärmer (Körpertemperatur erhöht).
  • die Mäuse sind nass.

Behandlung

Bei einem Hitzschlag müssen Sie unverzüglich handeln, da Sie Ihre Tiere sonst Stunden später ganz sicher beerdigen können!
Folgende Maßnahmen können Sie als erste Hilfe bei Auffinden und auf dem Weg zum Tierarzt vornehmen:

  • Wickeln Sie den Körper der Maus in ein kühles (nicht kaltes!), feuchtes Handtuch. Achten Sie darauf, dass dieses nicht zu kalt, etwa eisgekühlt, ist. Diesen Temperaturschock verkraftet der Kreislauf meist nicht mehr. Das Tier stirbt.
  • Bieten Sie dem Tier kühle Flüssigkeit – am besten Tee – an. Helfen Sie ihm notfalls beim Trinken.
  • Tauchen Sie Füßchen und Schwanz in kühles Wasser. Besonders über die großen Gefäße im Schwanz wird das Blut gut gekühlt. Achtung: Das Wasser darf nicht eiskalt sein!

Tips für die Fahrt zum Tierarzt:

  • Fahren Sie nach Möglichkeit SOFORT zum Tierarzt! Jede Minute verringert die Überlebenschancen für Ihre Maus!
  • Nutzen Sie nach Möglichkeit ein klimatisiertes Auto.
  • Haben Sie keine klimatisierte Transportmöglichkeit, kühlen Sie die Box von außen mit in Handtücher gewickelten Kühlakkus oder Eisbeuteln auf ca. 20°C.

Das kann der Tierarzt tun:

  • Er führt dem Hitzeopfer per subkutanem Depot dringend notwendige Flüssigkeit zu und kühlt es darüber auch.
  • Er stützt den Kreislauf mit Corticoiden oder Effortil.
  • Er führt bei Bedarf Sauerstoff zu.
  • Er gibt eventuell ein Antibiotikum, da die erhöhte Temperatur Infektionen und Septikämien begünstigt.

Auch wenn sich Ihre Maus nach der Erstbehandlung beim Tierarzt scheinbar wieder erholt, kann sie noch Tage später an Organversagen durch die entstandenen Schäden sterben!

Vorbeugung

Besser als die Behandlung ist immer die Vorbeugung. Beim Hitzschlag ist sie recht einfach möglich.
Erkundigen Sie sich bei Wärmequellen für Glasgehege genau, wie viel Leistung diese entwickeln und für welche Gehegegrößen sie geeignet sind. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall für die schwächere Heizleistung.
Für die heißen Sommermonate gibt es eine ganze Reihe von Strategien, um den Tieren rechtzeitig Kühlung zu verschaffen.
Vermeiden Sie außerdem alle nicht notwendigen Fahrten in unklimatisierten Autos oder fahren Sie nachts. Stellen Sie die Mäuse nie auf den Beifahrersitz oder in dessen Fußraum. Der beste Ort in unklimatisierten und auch in klimatisierten Autos ist die Rückbank und deren Fußraum.

Quelle
diebrain.de
Anja Ewringmann, Barbara Glöckner: Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus; Enke, 1. Auflage 2008