Darmmykose bei Mäusen

Die Darmmykose ist bei Mäusen eine seltene Sekundärerkrankung, bei der sich dann meistens verschiedene Candida-Arten – also Hefen – nachweisen lassen. Sie kann sich dann entwickeln, wenn das Darmmilieu etwa durch chronischen Stress oder Parasiten gestört oder das Immunsystem geschwächt ist.
Tiere, die mit Cortison oder Antibiotika behandelt werden, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken.

Diagnose

Begleiterscheinungen bei Darmmykosen sind oft massive Durchfälle, die jedoch nicht von den Pilzen selbst verursacht werden. Auch lässt sich oft ein schlechtes Allgemeinbefinden der betroffenen Maus beobachten.
Hefen lassen sich im nativen oder gefärbten Kotausstrich unter dem Mikroskop gut als kugelige Gebilde erkennen. Manchmal legt der Tierarzt auch eine Kultur an.

Behandlung

Die Darmmykose selbst ist in der Regel nicht ansteckend. Dennoch sollten Sie Vorsichts- und Behandlungsmaßnahmen ergreifen, die der Primärursache (z.B. Kokzidien, Nematoden, etc.) entsprechen. Gründliches Händewaschen versteht sich von selbst.
Der Pilz selbst wird mit Nystaderm S Suspension (Wirkstoff Nystatin) behandelt. Davon erhalten die Mäuse 2x täglich oral 0,15 bis 0,2mg/10g Körpergewicht. Das entspricht 0,006 bzw. 0,008ml Suspension. Eine 50g schwere Maus erhält demzufolge 0,03 – 0,04ml.

Da sich Hefen von Zuckern ernähren, kann eine kohlenhydratarme Diät bei starkem Hefebefall unterstützend wirken. Das bedeutet, dass alle hauptsächlich mehlhaltigen Saaten im Speiseplan gekürzt oder ganz gestrichen werden. Der Schwerpunkt wird auf Fette und Eiweiße verschoben. Dies kann zum Beispiel Fettsaaten (Sonnenblumenkern, Kardi, Kürbiskern), Joghurt, Quark, Käse und Insekten sowie Gemüse umfassen. Die tägliche Gabe von Naturjoghurt oder Bird Bene Bac unterstützt die Gesundung der Darmflora. Bei Bedarf sollte außerdem das Immunsystem unterstützt werden.

Quellen
Anja Ewringmann, Barbara Glöckner: Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus; Enke, 1. Auflage 2008