Ardap

Wirkung

Ardap ist ein rein insektizides und akarizides Präparat zur Bekämpfung parasitärer Insekten (z.B. Flöhe und Spinnentiere wie Tropische Rattenmilbe, Rote Vogelmilbe). Die Parasiten sterben durch Aufnahme des Giftes oder durch den bloßen Kontakt dazu (Fraß- und Kontaktinsektizid).

Die Wirkstoffe Permethrin und Cypermethrin töten die Schädlinge sofort zuverlässig ab und hemmen die Entwicklungsstadien.
Beide Wirkstoffe gehören zur Klasse der Pyrethroide. Das sind synthetisch hergestellte Verbindungen, die sich strukturell von den natürlichen Pyrethrinen (insektizide Stoffe, die von bestimmten Chrysanthemen-Arten gebildet werden) ableiten, jedoch stabiler sind als diese.

Pyrethroide stellen ein sehr schnell wirkendes Kontaktgift dar. Durch die Körperoberfläche gelangen die Wirkstoffe in den Parasitenkörper und wirken dort neurotoxisch, also schädigend auf das Nervensystem. Sie binden sich an die Na+-Kanäle der Nervenzellmembran und führt dadurch zu einer deutlich verlängerten Öffnung bzw. verlangsamten Schließung dieser Kanäle. Natriumionen strömen in die Zelle und es kommt zu dauerhaften Erregungszuständen mit Schüttelkrämpfen, gefolgt von Koordinationsstörungen und Lähmung. Sind die Parasiten den Wirkstoffen länger ausgesetzt, tritt der Tod ein.

Resistenzen gegen beide Wirkstoffe sind möglich.
Ardap besitzt laut Hersteller eine Depotwirkung von bis zu 6 Wochen, sodass eventuell noch schlüpfende Parasiten nach dem Schlupf mit dem Gift in Kontakt kommen und absterben. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass das Depot noch nach mehr als 6 Monaten Wirkung zeigen kann. Sie sollten dieses starke Gift also auf keinen Fall unbedacht versprühen!

Dosierung

Sprühen Sie die zu behandelnden Oberflächen aus etwa 30 cm Entfernung flächendeckend dünn ein. Der feine Sprühnebel verteilt sich sehr gut auch in Ecken und Ritzen.
Das Spray ist in Flaschen von 200, 250, 400 und 750 ml erhältlich.
Neben dem Spray gibt es noch ein Lösungskonzentrat mit gleichen Eigenschaften in Abpackungen von 200 und 500 ml.

Anwendung

Wenden Sie Ardap nur in der Umgebung an, niemals am Tier selbst! Besprühen Sie keine Futtermittel mit dem Spray!
Das Spray eignet sich zur Behandlung von Böden, Mobiliar und ähnlichem. Vermeiden Sie die direkte Anwendung am oder im Gehege oder am Inventar der Tiere. Einzige Ausnahme: Starker Befall mit hartnäckigen Parasiten (z.B. Tropische Rattenmilbe). Behandeln Sie hier nur abwaschbare Inventarteile wie lackierte oder anderweitig glatte Oberflächen und waschen Sie diese nach Ende der Wirkzeit von 6 Wochen gründlich mit einem basischen Reiniger ab. Raue Oberflächen wie unglasiertes Terrakotta, Kork, Holz o.ä. sollten Sie niemals mit Ardap behandeln.
Wenden Sie Ardap nicht zur Prophylaxe an, sondern nur bei akutem Befall an!

Verträglichkeit

Ardap ist ein sehr aggressives, hochgiftiges Antiparasitikum. Sprühen Sie es daher niemals direkt auf ein Tier. Das kann zu schweren Vergiftungserscheinungen führen.

Das Einatmen des Sprühnebels kann die Atemwege und Augen reizen. Längeres Einatmen kann zu Atemlähmung und damit zum Tod führen!
Bei Hautkontakt kann Ardap Reizungen und Rötungen der Haut und Schleimhaut verursachen.
Pyrethroide werden von Warmblütern zwar kaum über die Haut aufgenommen, bei Dauerkontakt über die Haut oder beim Einatmen steigt die Toxizität jedoch an.

In hoher Konzentration kann es negative Wirkungen auf das periphere Nervensystem haben, wobei die Symptome meist reversibel sind. Auch die Leber kann geschädigt werden. Bei einer Vergiftung mit den enthaltenen Wirkstoffen lassen sich unter anderem folgende Symptome von Nerven- und Muskeldysfunktionen beobachten:

  • Übererregbarkeit
  • Aggressivität
  • Durchfall
  • Muskelzuckungen
  • Zittern
  • Anfälle
  • Koordinationsstörungen
  • Erschöpfung

In schweren Fällen lassen sich außerdem Fieber oder Untertemperatur, Atemnot, intensives Zittern, Desorientierung und Krämpfe beobachten.

Entfernen Sie ein solches Tier sofort aus der vergifteten Umgebung und suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf, der die Maus symptomatisch behandeln kann. Nehmen Sie unbedingt die Ardap-Flasche mit!
Bedenken Sie, dass die Dosis für die vergleichsweise kleinen Mäuse viel höher ist als für den Menschen. Negative Auswirkungen treten daher entsprechend eher auf. Vergessen Sie deshalb niemals, dass Ardap ein Gift ist, das nur bei dringendem Bedarf angewendet werden sollte!

Für Reptilien, Fische, Bienen und andere Insekten sind Pyrethroide hochgradig giftig. Entfernen Sie diese Tiere unbedingt aus dem Raum, bevor Sie mit dem Spray arbeiten!
Die Praxis hat außerdem bei Farbmäusen eine erhöhte Krebsrate ergeben, wenn exzessiv in den Gehegen und ihrer Umgebung gesprüht oder Ardap als Fogger-Ersatz verwendet wurde.

Lagerung und Haltbarkeit

Lagern Sie Ardap kühl und trocken. Setzen Sie die Sprayflasche nicht Temperaturen über 50°C oder direkter Sonneneinstrahlung aus.
Achten Sie auf das eingeprägte Haltbarkeitsdatum!

Bezugsquellen

  • Tierarzt
  • Online Shops
  • Zoohandlungen
  • Apotheken

Inhaltsstoffe

Permethrin 0,80 %
Cypermethrin 0,88 %
Propan/Butan

Hersteller

Quiko GmbH
Franzstr. 95
46395 Bocholt
02871/24 87 – 0
info@quiko.de

Quellen
Produktinformation
Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie