Marbocyl

Marbocyl enthält den Wirkstoff Marbofloxacin, ein synthetisches Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorochinolone mit bakterizider Wirkung. Es wird als Injektionslösung und in Tablettenform angeboten.

Wirkung

Der Wirkstoff Marbofloxacin ist ein bakterizides Antibiotikum, welches seine Wirkung über die Hemmung der DNA-Gyrase in der Bakterienzelle erzielt. Er reichert sich in Zellen an, die Bestandteil der Entzündungsreaktion sind und erreicht so gut den Wirkungsort.
Das Antibiotikum besitzt ein breites Wirkungsspektrum, das grampositive Bakterien (insbesondere Staphylokokken und Streptokokken), gramnegative Keime (E. coli, Pasteurella multocida, Pasteurella haemolytica, Actinobacillus pleuropneumoniae, Pseuomonas, Pasteurella, Enterobacteriaceen) und Mykoplasmen (Mycoplasma bovis, Mycoplasma hyopneumoniae) umfasst.

Als Chinolon überwindet Marbofloxacin die Blut-Hirnschranke und hemmt im Nervensystem dosisabhängig die Bindung von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), einem inhibitorischen Neurotransmitter, an seinen Rezeptor. Das kann bei Überdosierung zu neurologischen Symptomen führen.
Der Wirkstoff wird bei jeder Darreichungsform schnell und gut vom Körper aufgenommen und verteilt sich gut im gesamten Organismus.
Die Resistenzsituation ist ähnlich der von Baytril. Hier besteht eine komplette Kreuzresistenz.
Die Wirkung tritt gegenüber Enrofloxacin (Baytril) etwas verzögert ein.

Dosierung

Für Mäuse wird eine Dosierung von 4mg/kg empfohlen, die 1x täglich oral oder subkutan verabreicht werden muss. Für ein 50g schweres Tier müssten also etwa 0,01ml Marbocyl verabreicht werden. Bei geringeren Dosen empfiehlt es sich, die Lösung gegebenenfalls zu verdünnen.

Berechnungsbasis für die 2%ige Lösung:

Konzentration Volumen
0,04mg/10g 0,002ml/10g

Anwendung

Marbocyl wird bei Infektionen mit Marbofloxacin-empfindlichen Keimen verwendet. Dazu gehören bakterielle Infektionen der Atemwege und der Haut.
Die Injektionslösung kann auch oral verabreicht werden.

Verträglichkeit

Im allgemeinen ist Marbocyl sehr gut verträglich. In Einzelfällen kann es jedoch zu leichten Störungen des Magen-Darmtraktes und in der Folge zu Durchfall kommen.
Durch den schnellen Übergang in das zentrale Nervensystem kann die Gabe von Marbocyl vor allem bei Überdosierung neurologische Symptome wie Krämpfe verursachen. Vergiftungserscheinungen sind außerdem verminderte Aktivität und Zittern.
Bei Dehydration besteht die Gefahr von Kristallbildung im Harntrakt.
Marbocyl sollte nicht an Tiere mit bekannten Anfallsleiden (z.B. Epilepsie) oder einer Niereninsuffizienz verabreicht werden.
Die LD50-Dosis liegt für die Maus bei oraler Gabe bei 1781 mg/kg, bei subkutaner Injektion bei 972 mg/kg und für die Ratte bei 3772 mg/kg oral und 2094 mg/kg subkutan .

Lagerung

Lagern Sie Marbocyl bei Raumtemperatur (15 – 25°C).

Haltbarkeit

Verbrauchen Sie Marbocyl innerhalb eines Monats nach der ersten Entnahme.

Bezugsquellen

  • Tierarzt

Inhaltsstoffe

Zusammensetzung je ml Lösung:

  • Marbofloxacinum 20 mg bzw. 100mg (2% bzw. 10%)
  • Conserv.: m-cresolum 2 mg
  • Antiox.: 1-Thioglycerolum 0.5 mg
  • Natrii edetas
  • Gluconolacton
  • Mannitolum
  • Aqua ad injectabilia

Hersteller

Vétoquinol AG
Worblentalstrasse 32
3063 Ittigen
Tel.: +41 (0)31 818 56 56
E-Mail: info@vetoquinol.ch

Quelle
Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie
Anja Ewringmann, Barbara Glöckner: Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus; Enke, 1. Auflage 2008