Ivomec

Wirkung

Eingesetzt werden kann Ivomec gegen alle Ektoparasiten wie Milben, Läuse, Haarlinge und Flöhe sowie gegen alle klinisch bedeutsamen Nematoden. Außerdem stört es die Eibildung der Würmer und ihre Larvenentwicklung. Hier schließt es die Wirkungslücke von Stronghold. Bandwürmer sind gegen Ivomec immun.
Der Wirkstoff Ivermectin hemmt die Impulsübertragung zwischen Nervenzellen oder zwischen Nerven- und Muskelzellen, indem es sich an spezielle, nur bei Wirbellosen vorhandene Chloridkanäle bindet. Durch die Blockade entsteht eine Lähmung, die schließlich zum Tod des Parasiten führt.
Ivermectin ist gut fettlöslich, wird über die Haut schnell aufgenommen und im Körper verteilt. Dort reichert es sich in der Leber und im Fettgewebe an und wird dann langsam freigesetzt. Die dadurch erreichte Depotwirkung hält bei Mäusen etwa 7 Tage an.

Dosierung

Bei Ewringmann und Glöckner werden 0,3 bis 0,5 mg/kg für eine subkutane Gabe empfohlen. In der Praxis hat sich für die meisten Fälle aber auch die Gabe als Spot-on bewährt. Diese sollte noch 2x im Abstand von 7 Tagen wiederholt werden, sodass Sie das Präparat insgesamt 3x verabreichen. In hartnäckigen Fällen und bei massivem Befall hat sich eine wöchentliche Gabe über 4 bis 6 Wochen bewährt.
Da das beim Tierarzt vorrätige Ivomec in der Regel die 1%ige Lösung mit 10mg/kg ist, muss diese mit Propylenclycol verdünnt werden. Dafür wird ein Teil der Lösung mit neun Teilen Propylenclycol gemischt. Eine 0,1%ige Lösung entsteht. Für diese haben sich ähnliche Dosierungen wie für Stronghold in der Praxis bewährt.
Jungtiere sehr kleiner Arten wie Knirps-, Zwerg- oder Aalstrichklettermäuse sollten wegen der Gefahr einer Überdosierung gar nicht oder – in Notfällen – mit einer stärkeren Verdünnung behandelt werden!
Ivomec bekommen Sie in der Regel in einer 1ml-Spitze vom Tierarzt. Mit dieser ist die Dosierung recht einfach.
Manche Tierärzte raten auch zu einer oralen Gabe von Ivomec. Davon möchte ich allerdings dringend abraten (Siehe Abschnitt „Anwendung“)

Anwendung

Ivomec ist ein Antiparasitikum zur Anwendung am Tier und wird als Spot-on („Punkten“) verwendet, der im Idealfall im Nacken aufgetragen wird. Generell kann es aber auf jeder Körperstelle außer im Gesicht aufgetragen werden. Wichtig ist, dass es möglichst direkt auf die Haut gebracht wird. Versuchen Sie ein Abputzen des Mittels zu verhindern.
Ivomec kann auch subkutan gespritzt werden.
Von einer oralen Gabe rate ich dringend ab, da im Mäuseasyl bei dieser trotz korrekter Dosierung schon massive Vergiftungserscheinungen mit sehr schlechtem Allgemeinbefinden, verkrümmtem Gang und starkem Gewichtsverlust aufgetreten sind.

Da die meisten Parasiten einen Entwicklungszyklus von ca. 3 Wochen haben, muss Ivomec bei leichtem Befall seiner Depotwirkung gemäß dreimal im Abstand von jeweils 7 Tagen aufgetragen werden. Bei starkem Befall empfiehlt sich eine vierte, mitunter auch eine fünfte oder sechste Gabe.
Für das Präparat Anti-Parasit von Beaphar ist ein Anwendungsabstand von 4 Wochen vom Hersteller empfohlen.

Nehmen Sie eine zahme Maus aus der Box oder dem Gehege, scheiteln Sie das Fell und geben Sie dem Nager die entsprechende Menge Ivomec in den Nacken. Setzen Sie das Tier danach in eine mit weißem Küchen- oder Klopapier ausgeschlagene Box, um herabfallende oder flüchtende Parasiten erkennen zu können. Nach etwa einer Stunde kann das Tier aus der Box.
Scheue Tiere sollten Sie von vornherein in eine Box setzen und sie mit der Spritze „abschießen“. Lassen Sie sich dazu einen Tropfen an der Spitze sammeln und tupfen Sie dann die Spritze nach Möglichkeit gegen den Strich durchs Fell auf die Haut.
Bei extrem scheuen Exemplaren hat es sich bewährt, die Box in die Badewanne zu setzen, falls der Nager in seiner Panik aus der Box springt.
Vermeiden Sie während der gesamten Behandlung die Berührung des Antiparasitikums an der Spritze oder im Fell.

Verträglichkeit

Ivomec hat sich – korrekte Anwendung vorausgesetzt – bisher sowohl bei Farbmäusen und Mongolischen Rennmäusen, als auch bei exotischen Säugern (inkl. Kurzschwanzopossum) als sehr verträglich erwiesen. Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Bei falscher Verdünnung oder der Anwendung der unverdünnten, 1%igen Lösung sind jedoch schon schwere neurologische Symptome und auch Todesfälle aufgetreten. Achten Sie daher immer auf die korrekte Verdünnung!
Sollten Sie bei korrekter Verdünnung und Anwendung Nebenwirkungen bei einem Tier feststellen, senden Sie uns bitte eine kurze Info unter info[at]das-maeuseasyl.de

Lagerung und Haltbarkeit

Lagern Sie Ivomec immer dunkel, bei Zimmertemperatur (15 bis 25) und gut verschlossen. Nach dem Anbrechen ist die Portion bei korrekter Lagerung noch 12 Monate verwendbar.

Präpaprate

Es gibt mehrere verschiedene Präparate, die den Wirkstoff Ivermectin enthalten. Häufig verwendet wird die oben beschriebene 1%ige Lösung aus dem Großtierbereich. Die muss jedoch wie angeführt verdünnt werden, um sicher angewendet zu werden.
Wenn Sie sich hierbei unsicher sind oder Ihr Tierarzt es nicht verdünnen kann, können Sie inzwischen auf Präparate zurückgreifen, die bereits fertig für Nager dosiert sind. Dies sind:

  • Beaphar Anti-Parasit 10 Nager (empfohlen für Tiere mit 20 – 50g)
  • Beaphar Anti-Parasit 25 Nager (empfohlen für Tiere mit 50 bis 300g)
  • Beaphar Anti-Parasit 150 Nager/ Kaninchen (empfohlen für Tiere ab 300g)

Bezugsquellen

  • Tierarztpraxis

Inhaltsstoffe

  • Ivermectin 10 mg/ml
  • Glycerol Formal 0,4 ml
  • Propylene Glycol qsp. 1 ml

 

Quellen
Vetpharma-Datenbank der Uni Zürich
Wikipedia.org
A. Ewringmann, B. Glöckner: Leitsymptome bei Hamster, Ratte, Maus und Rennmaus; Enke-Verlag 2008