Fettschwanz-Rennmaus

Fettschwanz-Rennmaus

Überblick

Herkunft: Wüsten und Halbwüsten Nordafrikas
Sozialverhalten: Paare oder kleine Gruppen
Aktivitätszeit: dämmerungs- und nachtaktiv
Minimale Gehegegröße: 150 x 50 x 50 cm
Handling: einfach; selten bissig
Ernährung: Insektenbetont + Saaten, Getreide, Frischfutter
Größe und Gewicht: 10 – 14 cm + 4 – 6 cm, 40 – 50 g
Geschlechtsreife: ca. 8 Wochen
Tragzeit: 19 – 24 Tage
Besonderheiten: Ausgeprägtes Jagdverhalten. Schlafen extrem fest. Manche Individuen sind im Sozialverhalten schwierig.

Systematik und BiologieAmpelmaus gelb

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)
Gattung: Pachyuromys
Art: Fettschwanz-Rennmaus (Pachyuromys duprasi)

In Deutschland sind diese Nager auch unter den Namen Dickschwanz-Rennmaus oder Duprasi-Rennmaus bekannt.

Wildtier Fettschwanz-Rennmaus

Die Fettschwanz-Rennmaus bewohnt die dürren, vegetationsarmen Wüsten und Halbwüsten Nordafrikas von von Teilen Mauritaniens, entlang der West-Sahara über Marokko, das nördliche Mali, Algerien, Tunesien, Libyen bis nach Ägypten.
Dies spiegelt sich sowohl in der Nahrung, als auch in der physischen Anpassung der Tiere wieder. Durch die spärliche Vegetation besteht in der Wildnis ein großer Teil ihrer Nahrung aus Insekten. Sowohl das Fell, als auch die behaarten Füße sind hervorragend an den sandigen Untergrund angepasst.

Anatomie und Erscheinung

Fettschwanz-Rennmäuse schlafen im Rad
Gut zu erkennen: Der namengebende Schwanz

Fettschwanz-Rennmäuse erinnern mit ihrer recht plumpen Erscheinung eher an Zwerghamster als an Rennmäuse, werden aber mit einem Gewicht von 40 bis 50g (bei manchen Sippen auch bis zu 80g) und einer Körperlänge von 10 bis 14cm deutlich größer. Weitere 4 bis 6cm entfallen auf den namensgebenden, keulenförmigen, nackten Schwanz. Darin speichert das Tier Nahrungsreserven in Form von Fett für schlechte Zeiten, falls seine Hauptnahrung, Insekten, rar wird.

Die schwarzen Augen sind verhältnismäßig groß und weisen die Tiere als nachtaktiv aus.
Mit ihren kurzen Beinen können sie weder gut springen noch klettern. Jedoch sind sie ausgezeichnete und ausdauernde Läufer. Die Füße sind relativ groß, flächig und behaart. So sinken die Tiere im Sand weniger stark ein und können darauf leichter laufen.
Das Fell ist sehr weich, fettet aber sehr leicht ein. Deshalb ist die Wahl des richtigen Untergrundes für die Tiere besonders wichtig. Auf der Oberseite ist es gelbgrau, auf der Unterseite weißlich.

Die Fettschwanz-Rennmaus als Haustier

Eignung

Durch ihr nicht ganz einzuordnendes Sozialverhalten und die daraus entstehenden Konsequenzen sind Duprasi-Rennmäuse eher Tiere für erfahrene Halter, die mit eventuellen Streitigkeiten nicht überfordert sind, Anzeichen erkennen und auf sie reagieren können.
Im übrigen sind diese Nager für eher abends aktive Menschen durchaus interessante und sehr niedliche Pfleglinge.
Für Kinder sind sie keinesfalls geeignet!

Handhabung

Fettschwanz-Renmaus in der Hand
Sind die Rennmäuse nicht sehr scheu, ist das Handling einfach

Duprasi-Rennmäuse sind meist sehr umgänglich gegenüber dem Menschen, was die Handhabung vereinfacht. Sie können sie also problemlos auf die Hand nehmen. Scheue Tiere, die sich nicht anfassen lassen mögen, können Sie recht problemlos mit einer kleinen Transportbox einfangen. Für bissige Exemplare, die durchaus auch vorkommen können, empfiehlt sich ein stabiler Lederhandschuh.

Zur Geschlechtsbestimmung heben Sie die Mäuse entweder hoch und schauen drunter oder Sie setzen sie in eine durchsichtige Box und betrachten sie von unten.

Beim Tierarztbesuch nehmen Sie die Tiere auf die Hand. Sollte es, etwa für Injektionen, notwendig werden, können Sie sie auch an der Nacken- oder Nacken-Rückenfalte nehmen. Hierbei sollten Sie nie vergessen, dass das Fell der Rennmäuse relativ weit ist und sie sich noch sehr weit darin drehen können, wenn Sie die Falte zu klein nehmen.
Für scheue und/oder bissige Exemplare verwenden Sie am besten ein Handtuch, in das Sie das betreffende Tier bis auf die zu untersuchende Stelle einwickeln.

Entflohene Nager fangen Sie am besten mit einer Gitterfalle oder einer kleinen Transportbox wieder ein. Sind die Tiere nicht scheu, können Sie sie auch einfach vom Boden aufsammeln. Können sie wieder in das Gehege hineingelangen, aus dem sie entflohen sind, fangen sich Fettschwanz-Rennmäuse mitunter auch selbst ein, da sie sehr standorttreu sind.

Sozialstruktur und Verhalten

Fettschwanz-Rennmausfamilie
Auch Fettschwanz-Rennmäuse lieben Kumpel zum Kuscheln

Über das Sozialverhalten der nachtaktiven Fettschwanz-Rennmäuse gibt es unterschiedliche Angaben, die von gesellig über territorial bis hin zu eher einzelgängerisch reichen. Es gibt Zuchtlinien, die sehr soziale Tiere hervorbringen, bei denen es im ganzen Leben nie zu Streitigkeiten oder schwereren Zwischenfällen kommt. Jedoch gibt es auch Linien mit Tieren, die sich kaum vergesellschaften lassen und nahezu jeden Partner verbeißen. Es ist also hilfreich, die Vorgeschichte seines Tieres oder seiner Tiere zu kennen, um beurteilen zu können, aus welcher Linie die Tiere stammen. Eine Vergesellschaftung ist der Einzelhaltung in jedem Falle vorzuziehen! In der Regel sind die Mäuse dankbar für mindestens einen Partner. Wirkliche Einzelgänger sind die absolute Ausnahme.

Dem Menschen gegenüber zeigen die meisten Duprasis kaum Scheu und sind oft leichter zu zähmen als einige andere Rennmausarten. Bissige Exemplare sind selten, kommen aber vor.
Eine Besonderheit, die sie mit den Bleichen Rennmäusen teilen, ist das häufige Schlafen auf dem Rücken. Die öfter etwas verschlafenen und trägen Tiere ruhen ausgestreckt auf dem Rücken liegend, sodass Sie als Halter leicht den Eindruck bekommen, die Maus sei tot. Auch auf Berührung reagieren sie im Gegensatz zu vielen anderen Arten eher zögerlich und werden nur langsam wach.

Ein weiterer, sehr interessanter Verhaltensaspekt dieser Rennmäuse ist ihr Jagdverhalten. Lernen sie lebende Insekten kennen, entwickeln sie in der Regel schnell ein aktives Such-, Jagd- und Tötungsverhalten. Oft hören sie auch wirklich erst dann auf, nach Beute zu suchen, wenn sie das Insekt weder hören, noch riechen, noch in der näheren Umgebung finden können.
Bekommen Sie Mäuse, die kein Lebendfutter kennen, möchten aber welches verfüttern, können Sie die Tiere in einem kleinen Aquarium (ab 80×40 cm) oder einem ähnlichen, geschlossenen Gehege trainieren. Meist dauert es etwa 14 Tage, bis Fettschwanz-Rennmäuse ein aktives Jagdverhalten entwickelt haben.

Vor allem in (zu) kleinen Gehegen entwickeln sich Fettschwanz-Rennmäuse außerdem zu starken Nagern. Aber auch in artentsprechenden Gehegegrößen entdeckt so manche Maus den Elan für das Gehegematerial. Dann müssen Sie solche Stellen im Zweifelsfall mit Metallschienen sichern.

Haltung

3 Fettschwanz-Rennmäuse in der Badewanne
Links 2 auf Sand gehaltene Mäuse, rechts ein Tier, das auf Kleintierstreu lebt(e)

Obwohl in der Regel Becken mit einer Grundfläche 80 x 40 cm als Minimum angegeben werden, würde ich die Untergrenze bei 150 x 50 cm für 2 bis 3 Tiere ansiedeln. Eher sollte die Unterbringung größer sein, da Fettschwanz-Rennmäuse mit Etagen nicht viel anfangen können und ihnen deshalb eine möglichst große Bodenfläche zur Verfügung stehen sollte. Zudem können sie in einer Nacht deutlich über 10 km weit laufen. Sollen die Rennmäuse ein Gehege mit Etagen bekommen, sollten die eine Mindestlänge von 100 cm haben.
Durch den starken Buddeltrieb eignet sich ein Aquarium für die Unterbringung dieser Tiere am besten. Da die Mäuse ohnehin kaum klettern können, stellt die bei anderen Arten problematische geringe Höhe kein Hindernis dar.
Für Eigenbauten wie umgebaute Schränke sind Duprasi-Rennmäuse nur bedingt die richtigen Bewohner. In diesem Fall sollten Sie explizit schon beim Bau darauf achten, dass die Tiere auch jede Etage wirklich erreichen können. Zu beachten ist auch, dass die Eigenbauten eine große Grundfläche haben und Etagen gut zu erreichende Volletagen sind. Volletagen sollten Sie deshalb Halbetagen vorziehen, da die Tiere hier nicht runterfallen können. Besser als Eigenbauten auf Schrankbasis sind daher komplette Eigenbauten, die Sie in Maßen und Struktur perfekt an die Bedürfnisse der Rennmäuse anpassen können.
Für Volieren aller Art sind die kleinen Nager komplett ungeeignet. Bei Terrarien ergibt sich in der Regel das Problem mangelnder Einstreuhöhe. Zudem sind Glasterrarien in entsprechender Größe sehr unhandlich, schwer und teuer.

Fettschwanz-Rennmaus im Naturgehege
Wurzeln, Steine und Sand sind willkommenes, natürliches Inventar

Als Einstreu verwenden Sie im Idealfall Sand (Attapulgit, Sepiolith), da das feine Fell der Tiere sonst schnell verfettet und sie nicht mehr richtig isoliert. Sie können aber auch feinen, abgerundeten Quarzsand verwenden, dem Sie entweder Talkum oder Urgesteinsmehl untermischen. Halten Sie die Rennmäuse auf Kleintierstreu oder ähnlichen Untergründen, müssen Sie in jedem Fall mindestens ein Sandbad, besser mehrere, anbieten. Sie können für haltbarere Gangbauten auch geeignete Sandarten mit der Kleintierstreu mischen.
Die Einstreu selbst kann 20cm oder tiefer sein, damit die Tiere ihrem Buddeltrieb nachgehen können.

Dabei sollten Sie jegliches Inventar so absichern, dass es von den Tieren nicht untergraben werden kann. Als Einrichtung eignen sich Steinhaufen (immer gut verkeilen!), Wurzeln, dicke Äste und Häuschen aus verschiedenen Naturmaterialien. Diese können Sie auf einer in der Streu vergrabenen Etage anbringen, sodass sich die Nager gefahrlos nach unten wühlen können. Andernfalls könnten sie von schweren Einrichtungsteilen erschlagen oder erdrückt werden. Als Nistmaterial bieten Sie den Mäusen am besten Heu an.
Zudem benötigen die Tiere noch je eine Schüssel für Trocken- und Frischfutter sowie eine Trinkflasche. Sie können das Futter aber alternativ auch lose im Gehege ausstreuen und Wasser in einer Schüssel anbieten. Diese sollte dann allerdings so erhöht stehen, dass die Nager sie nicht zugraben können.

Ernährung

Fettschwanz-Rennmaus trinkt aus der Wasserflasche
Auch Wüstentiere wie die Duprasi-Rennmaus müssen trinken

Betrachtet man die Ernährung der Tiere in freier Wildbahn, leitet sich daraus auch für die Haustiere ab, dass der Anteil an Insektenfutter bzw. Lebendfutter deutlich höher sein muss, als bei anderen Rennmausarten, um den Bedarf an tierischem Eiweiß zu decken. Verfüttern können Sie alle Arten von Futterinsekten wie Schaben, Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Zophobas und Mehlwürmer. Die Insekten werden von den Nagern auch gejagt und aktiv erbeutet. Deshalb eignen sie sich gut dazu, die Rennmäuse zu mehr Bewegung zu animieren. Dieses Futter sollte mindestens 45 bis 50% der Nahrung ausmachen.

Als Körnerfutter können Sie Mischungen füttern, die auch für Mongolische Rennmäuse verwendet werden, also Mischungen aus größeren und kleineren Saaten mit Schwerpunkt auf den Kleinsaaten.

Beim Frischfutter sollte der Schwerpunkt deutlich auf Gemüse und sonstigem Grün liegen. Soe können Den Rennmäusen zum Beispiel Gräser von Draußen anbieten oder eine kleine Wiese im Topf ziehen, die die Tiere dann mit Elan vertilgen und umgraben. Obst sollten Sie nur selten und als Leckerli reichen.
Gut genährte Fettschwanz-Rennmäuse erkennen Sie an der straffen, glatten Schwanzhaut. Ist die Haut hingegen faltig, weist das auf Mangelernährung oder Stress hin und Sie sollten der Ursache schnellstmöglich auf den Grund gehen.

Auch wenn die Mäuse aus Wüsten und Halbwüsten stammen, müssen sie jederzeit die Möglichkeit haben, frisches Wasser aufzunehmen.

 Fortpflanzung

Geschlechter Fettschwanz-Rennmaus
Geschlechter der Fettschwanz-Rennmaus: Rechts Weibchen, links Männchen

Bei den Daten über die Fortpflanzung variieren die Angaben verschiedener Quellen. So wird die Tragzeit in der kleinsten Spanne mit 20 bis 22 Tagen beziffert, in der größten mit 19 bis 24 Tagen. Auch die Angaben über die Größe des Wurfes schwanken zwischen 3 bis 5 und 4 bis 6 Jungen bei bis zu 5 Würfen pro Jahr. Die Geschlechtsreife der als Nesthocker geborenen Jungtiere tritt mit etwa 2 Monaten ein.

Die Zahlen zur Lebenserwartung schwanken mit Angaben zwischen 3 und 7 Jahren wieder beträchtlich. Jedoch kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die Tiere deutlich über 3 Jahre alt werden.

Ist Nachwuchs erwünscht, ist die Harmonie des gewählten Paares wichtig. Dann ist auch der erste Wurf innerhalb kurzer Zeit zu erwarten. Oftmals bleiben aber scheinbar harmonische Paare ohne ersichtlichen Grund ohne Nachwuchs. Das zeigt, wie wichtig die Harmonie bei diesen Tieren ist.
Möchten Sie jedoch keinen Nachwuchs und fehlen Ihnen das nötige Grundwissen und die Erfahrung, sollten Sie in jedem Fall eine gleichgeschlechtliche Gruppe halten. Auch diese sind leider nicht immer ganz einfach und gehören in rennmauserfahrene Hände.
Außerdem sollten Sie sehr aggressive und eigenbrötlerische Tiere nicht vermehren, da sie ihr schwieriges Wesen meist an ihre Jungen weitergeben.

Krankheiten

Am häufigsten sind bei dieser Rennmausart Bissverletzungen zu beobachten, wenn die Gruppe nicht harmonisch ist. Kälte, fettiges Fell und/oder Zugluft können Erkältungen verursachen.
Davon abgesehen sind die Tiere jedoch bei korrekter Haltung wie die meisten Exoten von robuster Gesundheit und eher selten krank.
Trotzdem sollten Sie für veterinärmedizinische (Not)Fälle immer eine finanzielle Reserve von ca. 100 Euro im Hause haben.

Vergesellschaftung

2 Fettschwanz-Rennmäuse
Vergesellschaftung bei Fettschwanz-Rennmäusen: Für die Harmonie braucht es etwas Fingerspitzengefühl

Die Vergesellschaftung kann bei den Fettschwanz-Rennmäusen zu einem problematischen Thema werden, da es eher einzelgängerisch veranlagte Tiere, Tiere mit Paareignung, aber auch Exemplare mit Gruppeneignung gibt. Die Mäuse sind bei der Partnerwahl zudem sehr wählerisch. Manche Tiere lassen sich nie aneinander gewöhnen.
Deshalb sollten Sie Vergesellschaftungen bei dieser Rennmausart immer mit der nötigen Sorgfalt und einem gewissen Zeitrahmen ausführen. Empfehlenswerte Techniken sind etwa Etappenmethode oder die Großraummethode. Für diese sollten Sie mindestens 14 Tage einplanen. Da die Vergesellschaftung bei Fettschwanz-Rennmäusen sehr individuell ist, lässt sich hier kaum ein idealtypischer Ablauf beschreiben. Hilfe in Einzelfällen erhalten Sie aber jederzeit über unser Forum.

War die Vergesellschaftung erfolgreich, ist das noch keine Garantie für dauerhaften Frieden in der Gruppe oder unter den Partnern. Es kann auch danach noch zu eher harmlosen Auseinandersetzungen kommen. Manchmal jedoch entwickeln diese Kämpfe ernstere Züge. Lassen sich die Konflikte nicht lösen oder spitzen sie sich zu, müssen Sie die Tiere trennen.

Anschaffung

Fettschwanz-Rennmaus Mutter mit Jungtier
Schauen Sie genau hin, wenn Sie beim Züchter kaufen

Da Duprasi-Rennmäuse in Tierheimen und Notfallstationen selten zu finden sind, empfiehlt sich der Gang zu einem seriösen Züchter, wenn Sie im Tierschutz nicht fündig werden. Im Optimalfall können Sie die Tiere abholen und sich die Zucht- und Haltungsbedingungen anschauen.

Auch auf Messen und Börsen werden diese Tiere verkauft. Schauen Sie sich hier den Züchter und seine Mäuse gut an. Schwarze Schafe verkaufen hier mitunter auch kranke Tiere. Außerdem erfahren Sie hier nichts über Haltungs- und Aufzuchtbedingungen und über das Sozialverhalten der Mäuse.

Zum Kauf in der Zoohandlung kann ich nicht raten. Der Händler weiß in der Regel nicht, wie es um das Sozialverhalten der Tiere bestellt ist, was gerade bei dieser Rennmausart sehr wichtig ist. Zudem können Sie sich schnell kranke, schwangere oder mit Parasiten behaftete Tiere einhandeln. Auch sind die meisten Zoohändler nicht sicher in der Bestimmung der Geschlechter, sodass Sie unter Umständen ein Pärchen erwerben, obwohl Sie gar keines wollten.

Je nach Beckengröße und gewählter Einstreu und Einrichtung sollten Sie bei der Anschaffung für die Erstausstattung (Gehege, Einstreu, Inventar, Futter, Transportbox) mit 200 – 400 Euro rechnen. Wenn Sie ein gebrauchtes Aquarium erstehen, können Sie die Kosten entsprechend reduzieren. Eigenbauten sind hier nicht immer die kostengünstigere Variante.

Durch den hohen Konsum an lebenden Insekten ist der Unterhalt dieser Nager etwas kostenintensiver als bei anderen Rennmäusen. Sie sollten hier für Trockenfutter, Frischfutter und Insekten sowie Einstreu mit ca. 50 Euro im Monat rechnen.

Artengesellschaft

Bitte bedenken Sie in jedem Fall: Artengesellschaften gehören immer in Hände erfahrener Halter und benötigen deutlich mehr Platz als die artreine Haltung!
In Artengesellschaften sind Duprasis aufgrund ihrer Ansprüche an Futter und Untergrund und auch wegen der Reaktion bestimmter Arten von Wühlern auf sie nur bedingt gut aufgehoben. Durch ihre ähnlichen Ansprüche bieten sich Bleiche Rennmäuse oder auch Cheesman-Rennmäuse an. Sie benötigen ebenfalls große Sandflächen und Buddelflächen. Auch die Ernährung lässt sich auf beide Arten einstellen. Das Gehege sollte eine Gesamtgrundfläche (Etagen eingerechnet) von mindestens 3 bis 3,5 qm haben.
Können Sie diese Grundbedingungen nicht sicherstellen, sollten Sie von einer Artengesellschaft absehen!
Für Gesellschaften mit mehr als ein bis zwei Arten sind diese Rennmäuse allerdings nicht zu empfehlen. Auch von Vergesellschaftungen mit anderen Wühlern und/oder Rennmausarten der Gattung Meriones sollten Sie absehen, da die Fettschwanz-Rennmäuse dabei oft den Kürzeren ziehen und teilweise sogar sehr aggressiv angegriffen werden.

Weitere Informationen

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