Buschschwanz-Rennmaus

Buschschwanz-Rennmaus mit Hibiskusblüte

Überblick

Herkunft: aride, felsige Gebiete um das Rote Meer und auf der Arabischen Halbinsel
Sozialverhalten: Kleingruppen
Aktivitätszeit: dämmerungs- und nachtaktiv
Minimale Gehegegröße: 100x50x150cm für 2 – 3 Mäuse
Handling: flotte, aber neugierige Mäuse; nur sehr selten Beißer
Ernährung: Saaten und Getreide, Insekten, Gräser und Kräuter, Gemüse, Obst
Größe und Gewicht: 10 – 13cm + 12 – 16cm, 60 – 80g
Geschlechtsreife: 8 – 16 Wochen
Tragzeit: 20 – 22 Tage
Besonderheiten: Diese Rennmäuse klettern gut und brauchen ein entsprechend gestaltetes Gehege.

Systematik und BiologieAmpelmaus gelb

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)
Gattung: Sekeetamys
Art: Buschschwanz-Rennmaus (Sekeetamys calurus)

 

Die Buschschwanz-Rennmaus ist in Deutschland auch als Pinselschwanz-Rennmaus, Quastenschwanz-Rennmaus, Bilchrennmaus oder Felsenschönschweif bekannt.

Wildtier Buschschwanz-Rennmaus

Buschschwanz-Rennmäusen begegnet man entlang des Roten Meeres im östlichen Ägypten, auf der Halbinsel Sinai, im Südosten Israels und auf der gesamten Arabischen Halbinsel.
Dort bewohnen sie ausschließlich aride, felsige Gebiete mit heißem und trockenem Klima. In einem ihrer Lebensräume, der Negev-Wüste, sind sie eben anderen Nagern Gegenstand einer Studie. Da sie kaum andere Deckung finden, legen sie ihre Nester unter Steinen, in Felsspalten oder auch unterirdisch an. Dort verbringen die mehrheitlich nachtaktiven Rennmäuse den Tag, suchen Schutz vor der Witterung und legen Vorräte an.

Wilde Buschschwanz-Rennmäuse sind nicht besonders wählerisch und ernähren sich von allem, was sie finden. Dazu gehören Wurzeln, verschiedene Grassamen, Kräuter und Insekten. Um ausreichend Nahrung zu finden, legen die Tiere dabei sehr weite Strecken zurück. Erstaunlich ist, dass die Reviere erwachsener Männchen eine durchschnittliche Größe von 104 bis 234 m², die erwachsener Weibchens aber nur 7 bis 9 m² haben. Die durchschnittliche Populationsgröße ist mit 1 bis 2 Tieren pro Hektar Land sehr gering.

Ebenfalls sehr gering in freier Natur ist die durchschnittliche Lebenserwartung. Während Buschschwanz-Rennmäuse als Haustiere bis zu 5 Jahren alt werden, überleben sie in der Wildnis oft nur 6 Monate.
Um trotzdem das Bestehen der Art zu gewährleisten, können sie sich das ganze Jahr über fortpflanzen.
Für den Menschen sind die wilden Buschschwanz-Rennmäuse nicht von nennenswerter Bedeutung.

Anatomie und Erscheinung

Buschschwanz-Rennmaus auf einer Wurzel
Markant: Die langen Vibrissen einer Buschschwanz-Rennmaus

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 10 bis 13cm und einer Schwanzlänge von 12 bis 16cm hat die Buschschwanz-Rennmaus etwa die Größe einer großen Mongolischen Rennmaus. Während wildlebende Tiere lediglich 45 bis 50 g wiegen, bringen sie es als Haustiere auf 60 bis 80g. Diese zumeist im Futter begründete Erscheinung, wird im Kapitel Ernährung noch näher beleuchtet. Die Tiere haben je nach Gewicht eine mehr oder weniger starke Birnenform.

Ihren Namen verdankt die Buschschwanz-Rennmaus der dichten, dunkelbraunen Schwanzbehaarung, die ca. 1 Jahr braucht, bis sie voll ausgebildet ist. Bei jüngeren Tieren ist sie noch vergleichsweise dünn und hilft damit bei der Altersbestimmung.
Das Fell ist durch die mehrfache Bänderung der einzelnen Haare gelb-braun, die Unterseite hell cremefarben abgesetzt. Wie bei vielen anderen Rennmäusen verfettet es bei falschem Untergrund und ohne Sandbad schnell.
Die antennenartigen, sehr langen Barthaare dienen den Mäusen zur Orientierung in der Dunkelheit.

Die Buschschwanz-Rennmaus als Haustier

Eignung

Buschschwanz-Rennmäuse sind erstaunlich neugierig und werden schnell zahm. Trotzdem sind sie keine Streicheltiere, die Sie bekuscheln können. Jedoch werden sie schnell futterzahm und begrüßen ihren Halter freudig. Aufgrund der Neigung zu Reibereien in der Gruppe sollten diese Mäuse im Idealfall nicht ihre ersten sozialen Nager sein.
Sind Sie bereit, den Tieren einen sehr großen, gut strukturierten Käfig zur Verfügung zu stellen, in dem Sie die Rennmäuse sehr gut beobachten können, sind diese Nager interessante Haustiere für Sie.
Für Kinder sind diese Nager nicht als Haustiere geeignet!

Handhabung

Die Handhabung dieser zutraulichen und lebhaften Tiere ist relativ einfach.
Zum Umsetzen können Sie sie einfach in die Hand nehmen und von einem Gehege ins andere tragen. Scheue Tiere fangen Sie am besten mit einer kleinen Transportbox.
Auch zur Geschlechtsbestimmung können Sie die Tiere nehmen, anheben und vorsichtig drunter schauen. Mit einer durchsichtigen Box können Sie auch scheue Tiere problemlos bestimmen.

Sollte eine tierärztliche Untersuchung notwenig werden, handhaben Sie die Rennmäuse entweder wie zu Hause oder wenden bei Bedarf den Nacken- oder Nacken-Rückengriff an. Dabei sollten Sie beachten, dass die Falte groß genug ist. Andernfalls können sich die Tiere für eine Untersuchung oder Injektion zu stark bewegen und sich noch ein gutes Stück in der eigenen Haut umdrehen. Einen schmerzhaften Biss des festgehaltenen Tieres müssen Sie nur selten fürchten.
Für Injektionen bietet sich auch die Fixierung des betreffenden Tieres auf der Unterlage mittels Nackengriff und Festhalten an der Schwanzwurzel an.

Entflohene Exemplare fangen Sie am besten mit einer Gitterklappfalle, der Handlingbox oder einem Kescher ein.

Sozialstruktur und Verhalten

Die geselligen Nager sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Jedoch passen sie sich oft auch ein wenig dem Rhythmus ihres Halters an, damit sie nicht zuviel Interessantes verpassen.

Trio Buschschwanz-Rennmäuse in der Voliere
Buschschwanz-Rennmäuse brauchen Artgenossen

Buschschwanz-Rennmäuse sind meist friedliche Rennmäuse. Sie können sie also entweder mindestens zu zweit oder in kleinen Gruppen halten. Eine Revierbildung tritt eher selten auf, sodass der Gehegegröße nach oben in der Regel keine Grenzen gesetzt sind. Mitunter lassen sich aber auch Reibereien unter den Tieren beobachten. Diese sollten Sie gut im Auge behalten. Oft legen sie sich von allein wieder. Manchmal wird eine Maus auch dauerhaft gemobbt und verfolgt. Dann müssen Sie handeln und entweder die Gruppenstruktur ändern, eine Neu-Vergesellschaftung starten oder das Mobbingopfer entfernen.

Da die Tiere sich recht schnell vermehren können, sollten Sie in jedem Fall nur ein Geschlecht anschaffen. Dabei ist es egal, ob es sich um eine reine Männer- oder Weibchengruppe handelt. Auch eine Weibchengruppe mit Kastraten ist möglich.

Bei Haltungs- und Ernährungsfehlern treten bei Buschschwanz-Rennmäusen Verhaltensstörungen auf. Neben Stereotypien von zu kleinen und zu langweiligen Käfigen ist dies vor allem das Abfressen von Ohren und Schwanz. Diese Verhaltensstörung kann mehrere Ursachen haben. Eine davon ist ein Käfig, der deutlich zu klein für die Gruppe ist. Bieten Sie den Tieren mehr Platz, stellen sie dieses Verhalten sehr schnell von selbst wieder ein. Warten Sie mit der Haltungsverbesserung allerdings nicht zu lange. Je länger es besteht, umso mehr festigt sich ein Fehlverhalten.
Selten ist die Ursache auch eine Eiweißunterversorgung. Ist also ausreichend Platz vorhanden und die Tiere knabbern an Ohren und Schwänzen, sollten Sie die Futterzusammensetzung und damit den Eiweißanteil überprüfen.

Haltung

Da Buschschwanz-Rennmäuse aus sehr heißen Gebieten stammen, benötigen sie eine Zimmertemperatur, die nach Möglichkeit nicht unter 20°C liegt. Bei tieferen Temperaturen sollten Sie Ihren Rennmäusen deutlich mehr Nistmaterial und entsprechend mehr Futter sowie eventuell eine zusätzliche Wärmequelle anbieten. Sehr hohe Temperaturen können sie aber aufgrund ihrer Herkunft besser tolerieren als andere Kleinsäuger. In heißen Sommern freuen sich aber auch diese Wüstentiere über etwas Abkühlung.

Buschschwanz-Rebbnaus auf einer Wurzel in der Voliere
Buschschwanz-Rennmäuse lieben Wurzeln und Äste

Den sehr bewegungsfreudigen Tieren müssen Sie ein Gehege von mindestens 100x50x150cm für 2 bis 3 Exemplare anbieten, damit diese ihrem natürlichen Bewegungsdrang ausreichend nachkommen können. Größer darf das Gehege natürlich gern sein.
Als Gehege am besten geeignet sind selbstgebaute Nagerschränke, da Sie diese ideal auf die Bedürfnisse der Tiere abstimmen können. Auch Volieren wären für diese Rennmäuse durchaus denkbar. Das Holz ihres Heims nagen sie in der Regel nicht an.
Aquarien sind aufgrund ihrer geringen Höhe ungeeignet. Eine gute Alternative können (große) Aquarien mit Aufbau bieten. Hier können Sie unten ein Buddelrefugium einrichten und oben Fläche zum Laufen und Klettern anbieten. Bei Terrarien stoßen Sie durch die Lüftungsgitter bei der Einrichtung einer Buddeletage sehr schnell an Grenzen, da die Gitter zumeist unter 30 cm Höhe liegen. Diese Höhe mit einer Streuaufschüttung von ca. 25cm benötigen die Tiere aber. Zudem sind Terrarien der notwendigen Größe sehr teuer und unhandlich.

Als Einstreu eignet sich am besten Sand (Attapulgit, Sepiolith). Mit Holzspänen können die Mäuse gut buddeln. Bei Hanfstreu, Leinstreu, Buchengranulat oder ähnlichem müssen Sie Heu untermischen, damit die Gänge halten. Schichten Sie einfach Lagen von Heu und Streu abwechselnd. Auch auf den Etagen nehmen die Rennmäuse Heu gern als Nistbaumaterial an.
Mit diesen Einstreuarten kann es allerdings passieren, dass das Fell der Tiere trotz Sandbad leicht fettig ist. Bieten Sie deshalb am besten mindestens eine komplette Etage mit Sand an.

Buschschwanz-Rennmäuse sind verglichen mit anderen Rennmäusen sehr gute Kletterer. Dem müssen Sie bei der Einrichtung des Geheges Rechnung tragen. Das können Sie am besten, indem Sie den Tieren große Äste, Stammteile und Wurzeln in ihr Gehege geben.
Als Versteckmöglichkeiten bieten sich Häuschen aus den verschiedensten Naturmaterialien wie Ton, Stein, Holz, Keramik oder Kork an. Bei Kokoshäuschen mit einem Einstiegsloch sollten Sie immer darauf achten, dass das Loch groß genug ist, da die großen Tiere sonst stecken bleiben können.
Ob diese Rennmäuse ein Laufrad brauchen, da scheiden sich die Geister. Haben die Tiere genügend Fläche und Einrichtung, um sich auszutoben, ist ein Rad nicht essentiell notwendig, aber ein schönes Spielzeug. Wollen Sie es also anbieten, so muss es ein Rad von mindestens 30 cm Durchmesser sein, um bei den relativ großen Nagern Schäden an der Wirbelsäule vorzubeugen. Die Lauffläche wie auch die hintere Fläche an der Aufhängung müssen geschlossen sein. Das Rad darf keinen Schereneffekt aufweisen und hat deshalb eine einseitige Aufhängung.

Ein Sandbad wiederum ist unabdingbar, wenn Sie sich gegen Sand als Komplettuntergrund entschieden haben. Sonst verfettet das Fell der Rennmäuse extrem schnell. Alternativ zum Sandbad können Sie auch ein Staubbad mit Tonmineralien anbieten. Auch dieses kann das überschüssige Fett im Fell sehr gut aufnehmen.

Dazu kommen je eine Schüssel für Trocken- und Feuchtfutter, die Sie am besten erhöht aufstellen. Sie können das Trockenfutter aber auch frei im Gehege verteilen. So sind die Mäuse länger mit der Futtersuche beschäftigt.
Auch wenn Buschschwanz-Rennmäuse aus sehr trockenen Gebieten kommen, muss ihnen jederzeit Wasser, am besten aus einer Flasche, zur Verfügung stehen.

Ernährung

Buschschwanz-Rennmäuse neigen in Gefangenschaft sehr leicht zu Verfettung. Die Haustiere sind gegenüber ihren wilden Artgenossen oft 30 g und mehr schwerer und werden schnell fettleibig. Das führt auf Dauer zu Organschäden. Deshalb müssen Sie sich bei der Fütterung an der extrem kargen Herkunft Ihrer Lieblinge orientieren, um sie lange gesund zu erhalten.

Buschschwanz-Rennmaus in der Futterschüssel
Buschschwanz-Rennmaus in der Futterschüssel

Das Grundfutter besteht im Idealfall fast ausschließlich aus Kleinsaaten. So bietet sich eine Mischung aus verschiedenen Hirsesorten, Glanzsaaten, Grassamen und Waldvogelfutter an, die mit weiteren kleinen, fettarmen Einzelsaaten variiert werden kann. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise eine Mischung aus Exoten- und Kanarien- oder Wellensittichfutter mit dem Zusatz von Grassamen. Auch getrocknete Kräuter können in der Mischung enthalten sein. Sie sichern gleichzeitig die Mineralzufuhr der Tiere.

Da die Rennmäuse in freier Wildbahn kaum jemals Obst finden, sollten Sie auch auch in der Heimtierhaltung, überwiegend Gemüse und anderes Frischfutter füttern. Obst können Sie ganz selten mit der Hand als Leckerli reichen.
Ein weiterer unverzichtbarer Bestandteil der Fütterung ist das tierische Eiweiß in Form von Mehlwürmern, Grillen, Heuschrecken, Schaben und anderen Futterinsekten. Diese können Sie mehrmals pro Woche anbieten. Die flinkeren Insekten eignen sich dazu noch hervorragend, um die Tiere zu etwas mehr Bewegung anzuregen. Eiweiß können Sie auch in Form getrockneter Insekten anbieten. Insektenfutter aus der Ziervogelernährung enthält meist relativ viel Zucker und ist daher für diese Tiere ungeeignet.

Fortpflanzung

Weibliche Buschschwanz-Rennmäuse bringen bis zu fünfmal im Jahr nach einer Tragzeit von 20 bis 22 Tagen ihre Jungen zur Welt. Die Größenangaben der Würfe schwanken von 2 bis 6 bis hin zu 2 bis 9 Babys. Durchschnittlich dürften es also 3 bis 4 Jungtiere sein, die als Nesthocker geboren werden.

Geschlechter der Buschschwanz-Rennmäuse
Die Geschlechtsbestimmung bei Buschschwanz-Rennmäusen ist echt einfach

Auch über die Geschlechtsreife machen die Quellen unterschiedliche Angaben, die zwischen 2 und 4 Monaten schwanken.
Doch selbst wenn die jungen Weibchen schon gebärfähig sind, dürfen sie nicht sofort gedeckt werden. Sind die Muttertiere zu jung, sind die ersten Würfe oft Fehlgeburten oder die Jungtiere werden nicht aufgezogen.

Die säugenden Weibchen betreuen gemeinsam das Nest und ziehen somit nicht nur ihre Kinder auf. In der Gruppenhaltung kann es aber auch passieren, dass ein Wurf gefressen wird oder ein anderes Weibchen der Mutter die Jungen stiehlt. Dann sollten Sie das Muttertier mit seinen Jungen so von der Gruppe trennen, dass es den Kontakt nicht ganz verliert – also beispielsweise durch ein Trenngitter.
Bis die jungen Buschschwanz-Rennmäuse einen eben so dicht behaarten Schwanz haben wie ihre Eltern, dauert es etwa ein Jahr. Das kann sehr hilfreich für eine Altersschätzung sein.

Buschschwanz-Rennmäuse werden bis 5 Jahre alt.
Aufgrund der Vermehrungsfreudigkeit dieser Rennmäuse sollten Sie als Hobbyhalter nur gleichgeschlechtliche Gruppen anschaffen. Sonst stehen Sie schnell vor dem Problem der Überbevölkerung.

Krankheiten

Kranke Buschschwanz-Rennmaus
Kranke Buschschwanz-Rennmaus

Buschschwanz-Rennmäuse haben wie die meisten Exoten eine relativ robuste Gesundheit, wenn sie ordnungsgemäß gehalten werden.
Eine ausgeprägte Neigung zu bestimmten Krankheiten konnte ich nicht feststellen. Am ehesten ist bei diesen Tieren mit einer Erkältung durch Zugluft oder nach dem Transport zu rechnen. Auch ernährungsbedingte Fettleibigkeit ist leider nicht selten.
Bei Haltungs- und Ernährungsfehlern neigen die Tiere zu teils massiven Verhaltensstörungen (siehe „Sozialstruktur und Verhalten“). Auch Bissverletzungen und Knochenbrüche können vorkommen, sind aber eher selten. Eine vermehrte Krebsneigung haben die Tiere nicht.

Sie sollten aber in jedem Fall für veterinärmedizinische (Not)Fälle eine Reserve von ca. 100 Euro im Haus haben.

Vergesellschaftung

Die Vergesellschaftung ist verglichen mit anderen Rennmausarten eher problemlos. Bietet man 2 einander fremden Gruppen ein neutrales, ausreichend großes Terrain an, werden die Tiere sehr lebhaft durch die Gegend hüpfen und trommeln. Nach einigen Geruchskontrollen und Imponiergesten kehrt meistens Ruhe ein. Bei Einzeltieren läuft es noch ruhiger ab. Sie werden lediglich beschnuppert und sind dann in die Gruppe aufgenommen. Für die erste Begegnung eignen sich vor allem Dunas und Hamsterknäste mit einer Seitenlänge von etwa 50cm. Auch mit einem Beginn in der Badewanne habe ich bei Buschschwanz-Rennmäusen gute Erfahrungen gemacht.

Da die Tiere nachtaktiv sind, sollten Sie sie nach Möglichkeit tagsüber vergesellschaften. Zu dieser Zeit sind die Tiere ruhiger und der Geruch kann sich angleichen, während sie zusammen schlafen.
Kommt es zu Beißereien, müssen Sie die Tiere sofort trennen und eine andere Vergesellschaftungsmethode wählen. Es empfiehlt sich dann am ehesten die Etappenmethode.

Anschaffung

Wenn Sie sich nach der Lektüre der vorangegangen Kapitel sicher sind, dass Buschschwanz-Rennmäuse für Sie geeignete Haustiere sind, sollten Sie sich am besten an einen seriösen Züchter wenden.

Gruppe junger Buschschwanz-Rennmäuse
BUschschwanz-Rennmäuse werden heute nur noch selten nachgezüchtet

Eine akute Notfallage besteht bei diesen Nagern nicht und man findet sie daher in Tierheimen und Nothilfen nur äußerst selten. Wer möchte, kann sich auch hierin wenden. Hat die Notstation selbst keine Buschschwanz-Rennmäuse, kann sie vielleicht an einen vertrauenswürdigen Züchter verweisen.

Auch auf Messen und Börsen verkaufen einige Züchter ihre Tiere. Schauen Sie dort genau hin, ob die Tiere gesund sind. Mitunter bieten dort auch schwarze Schafe ihre Tiere an. Bei Messekäufen stellen sich daher oft ähnliche Probleme wie bei Zoohandlungen.

Vom Kauf der Tiere in einer Zoohandlung würde ich in jedem Fall abraten. Im Gegensatz zum Züchter kann der Zoohändler nichts über das Wesen und die Eigenarten der erstandenen Tiere sagen. Zudem laufen Sie Gefahr, sich kranke, schwangere oder mit Parasiten verseuchte Tiere einzuhandeln oder nicht das gewünschte Geschlecht zu bekommen. Mitunter werden auch zu junge Tiere verkauft, die dann schnell versterben.

Die Anschaffung der Tiere kann je nach Wahl des Geheges und der Einrichtung etwa 200 – 400 Euro für die Komplettausstattung kosten (Gehege, Streu, Inventar, Futter, Transportbox). Die günstigste Variante ist dabei ein selbstgebautes Gehege. Entscheiden Sie sich für Fertigvolieren oder Glasterrarien in entsprechender Größe, wird es meist teurer.
Je nach Gruppen- und Gehegegröße können Sie mit etwa 30 Euro pro Monat für Einstreu, Sand, Trocken- und Feuchtfutter rechnen.

Artengesellschaft

Bitte bedenken Sie in jedem Fall: Artengesellschaften gehören immer in Hände erfahrener Halter und benötigen deutlich mehr Platz als die artreine Haltung!
Für eine Artengesellschaft sind Buschschwanz-Rennmäuse nur bedingt geeignet, denn nicht jedes Exemplar veträgt sich mit anderen Arten. Schaffen Sie also niemals Buschschwanz-Rennmäuse für eine Artengesellschaft an, wenn Sie bei Nichtvertragen nicht auch die Möglichkeit haben, beide Arten getrennt zu halten.

Artengesellschaften mit Langschwanzmäusen wie Farbmäusen, Stachelmäusen oder ähnlichen, gehen selten gut. Auch gehen hier die Bedürfnisse der Tiere oft weit auseinander. Daher sollten Sie grundsätzlich auf eine solche Artengesellschaft verzichten.
Sie sollten beide Arten, die Sie vergesellen möchten, schon als artreine Gruppe längere Zeit gehalten haben und ausreichend über die Bedürfnisse und Eigenheiten beider Arten informiert sein. So vermeiden Sie Artenkombinationen, unter denen einige Bedürfnisse der Tiere leiden würden.
Eine Artengesellschaft mit Buschschwanz-Rennmäusen ist nur mit Nagern denkbar, die mit der geringen Energiemenge des Rennmausfutters auch gut ernährt werden können. Auch sollte die Partnerart gut genug klettern, um beim Klettern über das Inventar nicht abzustürzen. Alternativ sollte es eine Art sein, die ohnehin nicht klettert. Im Idealfall sind die Partnertiere ebenfalls passionierte Sandbader. Daher rücken vor allem Gerbillus-Arten und f in den Fokus, wenn es um eine Artenkombination geht.
Das Gehege sollte eine Gesamtgrundfläche (Etagen eingerechnet) von mindestens 3,5 bis 4 qm haben. Können Sie diese Grundbedingungen nicht sicherstellen, sollten Sie von einer Artengesellschaft absehen!

Weitere Informationen

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Quellen:
rodent-info.net
Schulzoo Leipzig